Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

142 Der zweite Krieg Kaiser Leopold I. gegen die Türken 1683—1699. Lippa. Lugos. Karánsebes. Novi. a. d. Una. Majdan. Gomjenica. in eine Blockade zu verwandeln. Die Thürme der Stadtmauer blieben besetzt, desgleichen die Palanka Olaszi vom Obristen Molnár mit 1200 Mann, in der westlichen Umwallung wurde ein ebenfalls 1200 Mann fassendes Fort mit bombenfesten Magazinen angelegt. Zur Unterstützung der Blockadetruppen wurden Regimenter nach Somlyó, Debrecin, Belényes, Lippa, Túr, Diószeg und Csatár verlegt und unter das Commando des GFWM. Graf Auersperg gestellt. Als Mustafa Köprili seine Armee bei Belgrad sammelte, stand Thököly mit einem Corps von Malcontenten und Tataren vor dem Törzburger Passe, während G. d. C. GrafVeterani mit seinen durch Detachirungen und Besatzungen geschwächten Truppen bei Kronstadt lagerte. Anfangs Juli verhess Thököly seine Stellung und marschirte über Orsova und Karánsebes nach Lippa. Während dieser Bewegung blieb ihm Graf Veterani an der Seite und rückte durch das Thal des Kokel und der Maros nach Dobra, wo el­emen Einbruch der Feinde nach Siebenbürgen erwartete, vor. Als der Grosswesir nun Thököly zur Hauptarmee berufen hatte, begann Veterani die Belagerung von Lippa, das er am 12. September in seine Gewalt bekam. In einer Stellung bei Lippa deckte Veterani sodann das Belagerungs-Corps vor Grosswardein. Nach der Auf­hebung dieser Belagerung nahm er den Türken noch Lugos und Karánsebes ab und führte hierauf seine Truppen nach Sieben­bürgen in die Winterquartiere. In Slavonien waren vor der Schlacht von Slankamen die gegenseitigen Streif- und Plünderungszüge der kaiserlichen und türkischen Grenzbesatzungen wieder an der Tagesordnung gewesen. Ende Januar nahmen die Türken nach einer zweitägigen Belagerung das von den Kaiserlichen besetzte Novi, welchen Verlust der Banus Graf Erdödy dadurch einigermassen rächte, dass er den Türken an der Una am 11. Februar eine empfindliche Schlappe beibrachte. Ein Streifzug der Besatzungen von Dubica und Kostajnica gegen Majdan brachte zwar eine ansehnliche Beute ein, aber das entsendete Detachement musste sich am Flusse Gomjenica gegen überlegene gegnerische Streitkräfte einen verlustreichen Rückzug erkämpfen. Nach der Schlacht von Slankamen erhielt der Banus

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