Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
138 Der zweite Krieg Kaiser Leopold I. gegen die Türken 1683—1699. aber die Janitscharen Hessen, gedeckt Hinter ihren Schanzen, die Kaiserlichen bis auf wenige Schritte herankommen, gaben dann eine vernichtende Salve ab, stürzten sich, ohne erneuert zu laden, mit Säbeln und Messern auf die Angreifer und zwangen sie zum dritten Male zum Weichen. Das Gefecht auf dem rechten Flügel begann in Folge der Erschöpfung und der Verluste der Kaiserlichen bereits zu ermatten, als der Grosswesir, die cingetretene Krise benützend, sich mit überlegener Macht auf die Division Saurau, welche die Verbindung zwischen dem rechten Flügel und dem Centrum vermittelte, warf, diese durchbrach und die dazwischen gestellten Bataillone niederhieb. Die Schlacht schien sich auch auf diesem Puncte schon für den Halbmond zu entscheiden, als Generallieutenant von Barfus sich mit den Brandenburgern in die Flanke der Türken warf und das Gefecht wieder herstellte. , Um dieselbe Zeit zersprengte Mezzomorto die kaiserliche Czaikenflotte und legte sich dann auf den Huken Flügel der türkischen Armee vor Anker, wodurch dem Markgrafen die Verbindung mit Peterwardein auch zu Wasser unterbrochen war. Der linke Flügel der Kaiserlichen, der nach des Markgrafen Absicht die rechte Flanke des Feindes hätte umfassen und angreifen sollen, war in seiner Bewegung durch die Ungunst des mit dichtem Gestrüpp bedeckten Terrains und durch mehrere Gegenstössc des Grosswesirs auf- gehalten worden. Als der rechte Flügel der Kaiserlichen fast geschlagen und das Centrum zum mindesten bereits erschüttert war, sprengte der Markgraf selbst nach dem säumigen linken Flügel, um dessen Commando zu übernehmen und nochmals die Entscheidung zu versuchen. Er warf sich mit demselben in die rechte Flanke der türkischen Heiterei, während GFWM. Graf Corbelli zur vollständigen Umfassung der Spahis aus der Keitermasse herausbrach und die türkische Cavallerie im Kücken fasste. Gleichzeitig mit der Reiterei gingen auch das Centrum und der kaiserliche rechte Flügel wiederum zum Angriffe vor. Die Schanzen wurden in der Front an mehreren Stellen abermals erstiegen, während die Reiterei von rückwärts in die in Verwirrung gebrachten Türken einhieb. Jetzt ergriffen die Spahis nach kurzem Widerstande die Flucht, brachen aus den Verschanzungen des Lagers heraus und schlugen sich, obwohl von einem furchtbaren Feuer empfangen, durch die beiden Treffen des kaiserlichen rechten Flügels durch.