Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Lage traf noch die Nachricht ein, dass ein grosser, für die kaiserliche Armee bestimmter Ergänzungs- und Lebensmitteltransport von den Türken erbeutet und die gesammte Bedeckungsmannschaft niedergehauen worden sei. Obwohl an Streitkräften und Geschützen weit schwächer als der Feind, traf der Markgraf am 18. seine Vorbereitungen zu der Schlacht. Nach den Dispositionen des Markgrafen bestand der äusserste rechte Flügel (an der Donau) aus 20 Bataillonen Infanterie (unter FZM. Graf Souelies) und den in eine grosse Batterie vereinigten schweren Geschützen, der linke (in der Ebene) aus 85 Escadronen Reitern und 16 Bataillonen Fuss- volk (unter FM. Graf Dünnewald), das Centrum aus 17 Bataillonen und 31 Escadronen (unter Generallieutenant von Barfus). Der Train war hinter dem rechten Flügel aufgefahren und von einer verschanzten Batterie, dann einigen Bataillonen und Escadronen (unter Obristlieutenant Grafen Herberstein) bedeckt. Um 3 Uhr am Nachmittage des 19. August ertlieilte der Markgraf das Signal zum Angriffe, Die Schlacht, von deren Erfolg die Rettung des Heeres abliing, begann und der Tag sollte nicht enden, ehe einer der glorreichsten Siege der christlichen Waffen die kaiserlichen Fahnen mit neuem Lorbeer geschmückt, Graf Souches liess seine grosse Batterie bis auf 200 Schritte vom Feinde heranführen und durch ein heftiges Geschützfeuer den Angriff der Infanterie vorbereiten. Diese, die Grenadiere in den vordersten Reihen, erklomm die Brustwehr der feindlichen Verschanzungen- Sie hatte dieselbe bereits überall erstiegen, als eine Kugel den tapferen FZM. Souches niederstreckte. Die tödtliche Verwundung des Führers und das in unmittelbarer Nähe empfangene Salvenfeuer der Janitscharen brachte die Tupfern nach dem heftigsten Widerstande zum Weichen. Den nachstürzenden Türken sandte der Markgraf die Kürassier-Regimenter Neuburg, Holstein, Sainte-Croix und Hessen-Darmstadt entgegen, welche sich, ohne das furchtbare feindliche Geschützfeuer zu beachten, mit beispielloser Bravour auf die Verfolger warfen und diese nach einem kurzen Handgemenge in den Graben zurücktrieben. Inzwischen hatte GFWM. Graf Guido Starhemberg die Infanterie gesammelt und führte sie neuerlich zum Sturme vor, wurde jedoch abermals mit grossen Verlusten zurückgeworfen. Obwohl von einem Pfeile in die Brust getroffen, ging der tapfere General mit seinen Braven zum dritten Male vor; Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns, 10