Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1688. Ill der Nähe der feindlichen Truppen rückte Caprara mit 27 Bataillonen und 77 Escadronen am 6. Juli gegen 11 ok, welches er am 12. Juli nebst 17 Kanonen in Besitz nahm. Von hier wurde die dem Kriegsplan entsprechende Operation des Markgrafen Ludwig von Baden nach Bosnien eingeleitet. Er erhielt Weisung, die aus Siebenbürgen anrückenden Truppen hei Erdőd abzuwarten und dann nach Bosnien zu marschiren. Eine Vorhut von 800 Pferden unter dem Obristen Grafen Hofkirchen wurde gleichzeitig nach Pozega detachirt und dem Markgrafen blieb es freigestellt, die Save an irgend einem ihm passenden Puncte zu überschreiten. Er sollte jedoch den Banus Grafen Erdödy an sich ziehen und mit diesem längs der Save gegen Belgrad operiren. Caprara rückte nur langsam vor um dem Markgrafen einen Vorsprung zu ermöglichen. Er gelangte deshalb erst am 18. Juli nach Peterwardein, wo er bis zum 29. verblieb und sich damit beschäftigte, seine Stellung zu verschanzen und die Schiffbrücke schlagen zu lassen, welche vorher in Erdöd gestanden hatte. Auch liess er durch ein Truppendetachement unter den Generalen Heissler und Wallis Titel besetzen. Während dieser Vorgänge hatte in Belgrad Jegen Osman Pascha den rechtmässigen Befehlshaber H assan Pascha abgesetzt und vertrieben, sich selbst zum Seraskier aufgeworfen und vom schwachen Grosswesir die Bestätigung der usurpirten Würde erzwungen. Kurfürst Max Emanuel von Bayern traf am 28. Juli in Peterwardein ein und übernahm das Commando über die mit Ein­schluss der bayrischen, schwäbischen und fränkischen Truppen nur 33.500 Mann, wovon 15.800 Reiter und 98 Geschütze, zählende Hauptarmee. Ohne sich durch die weite Entfernung, in welcher sich das Corps des Markgrafen Ludwig von Baden befand, beirren zu lassen, trat er schon am folgenden Tage den Vormarsch über Slankamen gegen Belgrad an und schlug am 7. August oberhalb der vom Feinde besetzten, sogenannten »Zigeuner-Insel« eine Brücke über die Save. Die Türken machten den Versuch den Brückenschlag zu stören, aber Obristlieutenant Graf Herberstein setzte mit 200 Musketieren, unter dem Schutze einer auf dem linken Ufer errichteten Batterie, auf Kähnen über den Fluss und trieb die Türken in die Flucht. Bald folgten Herberstein weitere II ok. Titel. Zigeuner­Insel.

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