Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1687. 105 in einem Halbkreise vor der Festung aufgestellt fanden. Wider ihre Gewohnheit erwarteten die Türken diesmal die Schlacht nicht im freien Felde, sondern in einem, ganz nach europäischer Weise verschanzten Lager, dessen Wälle mit 60 Geschützen armirt waren. Am 19. Juli gingen die Kaiserlichen zum Angriffe vor und trieben nach einem kurzen Gefechte die ausserhalb des Lagers stehende türkische Reiterei hinter die Linien zurück, höhnten jedoch, obwohl die Soldaten mit einer unvergleichlichen Bravour durch sechs Stunden stürmten, die ausserordentlich starke Stellung des Gegners nicht foreiren. Nachdem an 1000 Mann verloren worden, stellten die Kaiserlichen den Angriff ein, die Armee ging auf demselben Wege, den sie gekommen, wieder hinter die Drau zurück. Der Grosswesir verfolgte die abziehenden Truppen bis an die Drau, überschritt hierauf mit seiner Armee diesen Fluss auf der bei Esseg wieder hergestellten Brücke und bezog unweit Bárányávár hinter der Karasicza eine Stellung, die er wieder befestigte. Lothringen, besorgt um seine bei Mohács geschlagene Brücke, nahm am 31. Juli sein Lager am linken Ufer der Karasicza, dem Feinde unmittelbar gegenüber. Da jede der beiden Armeen Bedenken trug, im Angesichte der anderen den Fluss zu überschreiten, standen sich dieselben bis zum 6. August ziemlich unthätig gegen­über. Erst an diesem Tage ging Lothringen, in der Hoffnung den Grosswesir sich nachzuziehen, gegen Mohács zurück, wo er bis zum 10. d. M. verblieb. Die Türken blieben unbeweglich in ihrem unangreifbaren Lager und Lothringen entschloss sich endlich, auf das linke Donau-Ufer überzugehen, vorher aber noch Siklós und Fünfkirchen zu zerstören. In dieser Absicht rückte die Armee am 10. August bis Kis-Tótfalu und am 11. bis Nagy-Harsány, wo der Herzog, dessen Truppen während dieser Märsche von der feind­lichen Reiterei unaufhörlich belästigt worden waren, am Fusse des Berges Harsány Stellung nahm. Der Grosswesir war hinter den Kaiserlichen her. Voreilig hatte er seine trefflich gewählte Position bei Baranyavár auf­gegeben, er glaubte nur noch, den fliehenden Feind vernichten zu müssen; am 11. August stand er in einem neuen Lager der kaiser­lichen Armee gegenüber. Die Aufstellung der Kaiserlichen war der Strasse von Mohács nach Siklós parallel und links an die zwischen morastigen Ufern fliessende Karasicza, rechts an den Berg Harsány Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. 8 Harsány.

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