Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

102 Der zweite Krieg Kaiser Leopold I. gegen die Türken 1683—1699. Sign. Budua. Zuppa. war, nach Szegedin zurückkehrte, begann die türkische Besatzung zu unterhandeln und eapitulirte am 23. October gegen freien Abzug nach Temesvár. Der Kampf in Dalmatien behauptete im Allgemeinen den Charakter eines blutigen, aber entscheidungslosen Parteigänger­krieges. Girolamo Cornaro, der den Oberbefehl über die in diesem Lande stehenden venetianischen Truppen führte, vereitelte die Ver­suche der Türken, Opus und Norino in ihre Gewalt zu bringen, und eroberte nach kurzer Belagerung das wichtige Sign (24. Sep­tember — 28. September), dessen Besatzung er niedermetzcln liess. Die Venetian er armirten den Platz und sicherten ihn durch eine starke Garnison, welche einen Handstreich, den die Feinde bald wieder versuchten, siegreich abwies. Ein Streifzug, den der Pascha von Antivari gegen Budua und in die Zu pp a im August unternommen hatte, wurde von den Morlaken durch einen Einbruch in die Hercegovina gerächt. Feldzug 1687. Quellen: Klein-Fessler, Geschichte von Ungarn. — Schels, Kriegsgeschichte der Oesterreicher. — Theatrum europaeum. —- Köder von Diersburg, Des Markgrafen Ludwig von Baden Feldzüge wider die Türken. — Onno Klopp, Das Jahr 1683 und der folgende grosse Türkenkrieg. —- Hammer-Purgstall, Geschichte des osmanischen Reiches. — Acten des k. k. Kriegs-Archivs. Die politischen Verhältnisse im Anfänge des Jahres 1687 zeigten gegen das Vorjahr fast keine Veränderung. Zwar liess Frankreich an der Rheingrenze Befestigungsarbeiten vornehmen (Fort Louis), aber gleichzeitig knüpfte es Unterhandlungen an, um den Waffenstillstand von 1684 in einen definitiven Frieden zu ver­wandeln. Diese Verhandlungen wurden übrigens ohne Ernst und Nachdruck geführt und blieben daher auch erfolglos. Eine eigentliche Waffenruhe trat zudem während des Winters nicht ein und der Parteigängerkrieg übertraf an Bedeutung sogar den des abgelaufenen Winters. GFWM. Heissler zersprengte einen für Erlau bestimmten, ansehnlichen türkischen Convoi und gab hiedurch den Kaiserlichen die Möglichkeit, zu einer Blockade dieses Platzes zu schreiten. Mit ähnlichem Glücke focht Obristwacht-

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