Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1687. 103 meistei- < )rlik, der mit 400 Pferden bei Dárda eine über die Drau gegangene feindliche Abtheilung vernichtete. Kurze Zeit darnach erbeuteten Őrlik und der Obrist Macari bei Szigetvár einen an­sehnlichen Proviant-Transport, wobei 120 Mann der türkischen Escorte getödtet wurden. Die erbeuteten Lebensmittel besassen für die Kaiserlichen einen um so grösseren Werth, als die Plätze in Süd-Ungarn ungenügend proviantirt waren und nicht selten em­pfindlichen Mangel litten. Eine ähnliche That gelang den National­truppen, welche während der Verfolgung eines türkischen Convois Lippa plünderten und niederbrannten. Um die gleiche Zeit unter­nahm Graf Franz Erdödy mit 400 Croaten und 300 Reitern einen Streifzug gegen Novi am 12. März und in das schon oft ver­wüstete Gebiet von Belastjena und Cazin. Ein Versuch des Pascha von Grosswardein, Szent-Job wieder zu erobern, misslang völlig, ebenso ein Handstreich des Pascha von Temesvár gegen Szegedin am 9. März. Die für die Operationen gegen die Türken bestimmte Armee besass, mit Einrechnung der bayrischen, schwäbischen und fränki­schen Truppen, eine Stärke von 60.000 Mann. So sehr Kaiser Leopold I. die Einnahme von Belgrad als wünschenswerthes Ziel der Operationen erschien, so musste doch die Rücksicht über­wiegen, dass Temesvár, Grosswardein und andere Plätze noch nicht erobert wai-en und dem Verhalten des Fürsten von Siebenbürgen kein Vertrauen geschenkt werden durfte. Aus diesen Gründen trat der Herzog von Lothringen dafür ein, ein selbständiges Armee- Corps zur Beobachtung der Drau- und Donauübergänge zu be­stimmen, mit der Hauptarmee aber die Eroberung von Erlau, wie Lothringen wollte, oder von Szigetvár, wie der Markgraf Ludwig von Baden es wünschte, zu unternehmen. Eine völlige Einigung der Generale gelang nicht und so wurde nur im Allgemeinen be­schlossen, dass die Hauptarmee mit 40.000 Mann unter dem Her­zoge von Lothringen auf dem rechten Donau-Ufer in der Richtung gegen Esseg operiren und das Armee-Corps des Kurfürsten von Bayern, 20.000 Mann, auf dem linken Strom-Ufer gegen Peter­wardein Vorgehen sollte. Brücken, an geeigneten Puncten ge­schlagen, sollten zwischen den beiden kaiserlichen Corps die Ver­bindung erhalten. Diesen Beschlüssen gemäss hatte sich die Haupt­Novi. Belastjena. Cazin.

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