Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1686. 93 als die Kundschafter meldeten, der Grosswesir Suleiman habe das Plateau bei Promontor bereits besetzt und beabsichtige am nächsten Tage Verstärkungen in die Festung zu werfen. Thatsächlich erschien die türkische Armee am 13. August um Mittag in Schlachtordnung vor der Circumvallationslinie des Kurfürsten von Bayern und demon- strirte mit ihrem linken Flügel gegen die Höhen, welche das Lager der Verbündeten im Westen beherrschten. Gegen Abend aber ging der Grosswesir wieder auf das Plateau von Promontor zurück, ohne einen eigentlichen Angriff unternommen zu haben. Am 14. August wiederholte Suleiman dieses Manöver, liess aber, während sein linker Flügel, wie gestern, gegen die Höhen vorstiess, ein auserlesenes Corps von 8000 Spahis und Janitscharen über Buda­keszi und den grossen Schwabenberg gegen das Thal St. Paul vorwärts eilen, um von dort aus in die Festung zu dringen. General Dünnewald, der den rechten Flügel der Kaiserlichen commandirte, bemerkte rechtzeitig diese Umgehung und zog sich, um den Marsch der türkischen Colonne besser beobachten zu können, mit zwei Dragoner-Regimentern, dem Croaten-Regimente Lodron und einigen Nationaltruppen nach den Bergen zurück. Lothringen sandte ihm dahin noch zwei Bataillone und die Reiter- Regimenter Caprara, Pálffy, Taaffe, Neuburg und Fürstenberg nach. Dünnewald hatte kaum die Infanterie und die Regimenter Caprara und Pálffy an sich gezogen, als er auch schon mit Ungestüm von den Türken angegriffen wurde. Die Husaren geriethen in Un­ordnung, aber die Dragoner und Croaten hielten eine Geschütz- und Gewehrsalve unerschüttert aus und hieben dann, ohne den Feinden zu nochmaligem Laden Zeit zu gönnen, von zwei Seiten mit solcher Wucht auf dieselben ein, dass die Spahis in der Flucht ihr Heil suchten und die Janitscharen und Geschütze ihrem Schick­sale überliessen. Der Prinz von Neuburg blieb mit der Reiterei den Fliehenden auf den Fersen und verfolgte sie so heftig bis zu der Armee des Grosswesirs, dass eine Strecke von mehr als zwei Wegstunden mit Leichnamen erschlagener Türken bedeckt war. Die Feinde erlitten einen Verlust von mehr als 2000 Todten (dar­unter zwei Pascha), 500 Gefangenen, 8 Geschützen und 40 Feld­zeichen. Nach diesem Erfolge ging Lothringen nun selbst gegen die Armee Suleimans zum Angriffe vor. Der Grosswesir wich dem Kampfe aber wieder aus und zog sich auf die Höhen zurück. Nur

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