Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
84 Der zweite Krieg Kaiser Leopold I. gegen die Türken 1683—1699. Norino. Lika und die anstossenden Theile Bosniens. Ebenso gelang dem Proveditore Valier ein Streifzug gegen Mostar in der Hercegovina, wobei der feste Thurm von Norino an der Narenta in die Hände der Venetianer gerieth. In Opus, wo bereits im Vorjahre Schanzen angelegt worden waren, liess Valier ein starkes Fort erbauen. Feldzug 1686. Quellen: Klein-Fessler, Geschichte von Ungarn. — Schels, Kriegsgeschichte der Oesterreicher. — Theatrum europaeum. — Acten des k. k. Kriegs-Archivs. -— Röder von Diersburg, Des Markgrafen Ludwig von Baden Feldzüge wider die Türken. — Onno Klopp, Das Jahr 1683 und der folgende grosse Türkenkrieg; — Boethius, Triumph-leuchtender Kriegshelm. — Hammer-Purgstall, Geschichte des osmanisehen Reiches. — Mittheilungen des k. k. Kriegs-Archivs, 1886. — Acten des k. k. Haus-, Hof- und Staats-Archivs. Die politischen und militärischen Verhältnisse im Beginne des Jahres 1686 unterschieden sich wenig von denen des Vorjahres. Obwohl Ludwig XIV. auf die Pfalz Erbansprüche erhoben hatte, fand er sich durch die, mit der Aufhebung des Edicts von Nantes begonnene Gegenreformation so sehr in Anspruch genommen, dass eine kriegerische Verwickelung im Westen Deutschlands kaum zu besorgen war. Der Reichstag zu Regensburg bewilligte daher 50 Römermonate als Beihilfe für den Türkenkrieg und auch die Zusage der Waffenhilfe von Seite Bayerns, des schwäbischen, fränkischen und oberrheinischen Kreises blieb aufrecht, wie bisher. Sachsen liess sich gegen eine Geldentschädigung zur Erneuerung des früher bestandenen Bündnisses herbei und der Kurfürst von Brandenburg, der seine Ansprüche auf Schlesien durch die zugesicherte Abtretung des Schwiebuser Kreises befriedigt sah, verpflichtete sich, dem Kaiser ein auserlesenes Truppencorps zur Verfügung zu stellen. Desgleichen versprach der König von Schweden, 1500 Mann nach Ungarn marschiren zu lassen. Ausser diesen, an Zahl beträchtlichen, regulären Streitkräften gewann die kaiserliche Armee noch durch viele Freiwillige aus den vornehmsten Adelsgeschlechtern aller europäischen Nationen werthvolle Waffengefährten. Die Allianz der gegen die Pforte verbündeten Mächte erfuhr eine Erweiterung