Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1686. 85 Szent-Jób. durch den Beitritt Russlands, obwohl dieses vorläufig auf die Kriegsereignisse noch keinerlei Einfluss übte. Die Friedens Vorschläge der Pforte waren nicht geeignet, Vertrauen zu erwecken, da gleichzeitig der neue Grosswesir Sulei­man den Grafen Thököly in Freiheit setzte und reich beschenkt nach Ungarn entliess. Die ersten Wochen des Jahres 1686 gingen in Ungarn noch ohne bedeutende Kriegsereignisse vorüber. Die Blockade von Munkács entbehrte, da es den Cernirungstruppen sogar an Muni­tion gebrach, jeder Bedeutung und einige kleine Gefechte der Generale Mercy und Wallis mit den Besatzungen von Szegedin und Grosswardein vermehrten zwar die bei den Türken einge­tretene Entmuthigung, ohne jedoch sonst besondere Resultate zu liefern. Endlich erschien Thököly wieder in Ungarn und erhielt sofort von den Befehlshabern von Belgrad, Temesvár und Gross­wardein Unterstützung. Er wollte zunächst von Grosswardein aus die Winterquartiere der Kaiserlichen in Siebenbürgen beun­ruhigen, fand aber die Truppen wachsam, so dass alle seine An­schläge scheiterten. Diese Bewegungen Thököly’s veranlassten den FML. Caraffa, sich der türkischen Festung Grosswardein und den Schaaren der Insurgenten zu nähern. Er brach am 5. Februar mit 7000 Mann, 4 Kanonen und 4 Mörsern von Szatmár auf und erschien am 9. vor dem festen, durch seine Lage in der unmittel­baren Nähe von Grosswardein militärisch wichtigen Platze Szent- Jób. Caraffa eröffnete sogleich das Geschützfeuer gegen das Schloss und ging, als eine Bombe das türkische Pulvermagazin in die Luft gesprengt hatte, zum Sturme über. Die Kaiserlichen bemächtigten sich in einem kurzen Kampfe des Ortes und die Besatzung des Schlosses (600 Mann) capitulirte am 12. Februar gegen freien Abzug nach Grosswardein. Szent-Jób erhielt eine Garnison von 400 Mann. Um nicht auch die übrigen zahlreichen befestigten Plätze mit Besatzungen versehen zu müssen, erhielt der Feldmarschall Graf Caprara den Auftrag, die Fortificationen von Szarvas, Régéc, Zadvár und Eperies demoliren zu lassen. Bevor jedoch noch die Schleifung der Werke des letzteren Ortes hatte begonnen werden können, wurde dem Feldmarschall der weitere Befehl

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