Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Official Langer: Serbien unter der kaiserlichen Regierung 1717-1739

Serbien unter der kaiserlichen Regierung 1717—1739. 201 noch lange Zeit nachher empfanden. Bis zu diesem Jahre wurde das jährliche Contributions-Quantum stets durch den Cameral-Inspector v. Terlichscron mit dem Ober-Kriegscommissär festgesetzt und nach geschehener Ratification durch die Hofstellen, von dem Cameral-Inspector den Provisoren die auf jeden District anrepar- tirte Summe mitgetheilt, worauf diese die Subrepartition von Dorf zu Dorf machten, dieselbe dem Cameral-Inspector zur Bestätigung vorlegten, dann die auf ihren District entfallenden Abgaben ein­hoben und dem Cameral-Oberbeamten übergaben, welcher das ein­gegangene Contributions-Quantum an die kais. Kriegscasse ab­lieferte, die Robotgelder dagegen auf eigene Verrechnung zurück­behielt. Für das Jahr 1723 wurde eine Session1) durchschnittlich mit 24 fl. besteuert und daher sammt den zwei Belgrader Städten, deren jede damals zum erstenmal (früher zahlten diese beiden Städte »für die Fortification und Ziehung der Linien um die Stadt« monatlich je 300 fl.) mit einer Jahressteuer von 4000 fl. belegt wurde, im Ganzen, einschliesslich der Robotgelder, die Summe von 98.266 fl. »pro quanto contributionali« anrepartirt. Allein schon im nächsten Jahre musste man von dieser hohen Besteuerung ab­gehen, weil Viele theils nach Slavonien, theils auf türkisches Ge­biet auswanderten, Andere aber sich unter der Hand als Hayducken einschreiben Hessen und somit ein bedeutender Ausfall an Ein-, nahmen bevorstand. Es wurde daher nach einem Pauschal-Nach- lasse von 10.000 fl. eine Gesammtsumme von 88.466 fl. (einschliess­lich der Abgaben der beiden Belgrader Städte von je 4000 fl.), in Anschlag gebracht, so dass sich gegenüber der für das Jahr 1722 bloss von den Landbezirken erhobenen Contributions-Summe von 105.000 fl. (die beiden Städte hatten, wie erwähnt, 1722 noch keine Contribution gezahlt) eine Verminderung um fast 25.000 fl. für die Landbezirke ergab. Doch ging die Steuerein­hebung immer sehr schwierig und oft nur mit Hilfe militärischer Execution von statten, weil, wie der Cameral-Inspector Jakob von Alter, der Nachfolger Terlichcron’s in seinem an die Hofkammer erstatteten, »Notitia Serviae« betitelten Berichte, ddto. Belgrad 9. August 17243) bemerkt, »der Raiz erstlich an sich selbst nicht *) Eine ganze Session umfasste 30 Joch Aecker, 6 Tagwerk Wiesen und 8 Pferde oder Ochsen. 2) Reiclis-Finanz-Archiv: »Serbien«, Fase. 15.573. ­47

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