Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Official Langer: Serbien unter der kaiserlichen Regierung 1717-1739
202 Langer. gutwillig zahlt, zweitens aber, weil kein Commercium ausser Landes geht, das Vieh und Getreide auch dermal in gar schlechtem Werth ist und allein Honig, Wachs und Wein, wenn nicht der Raiz den Wein selbst austrinken würde, zum Verkauf gebracht werden kann.« Die Cameral- oder landesfürstlichen Einkünfte bestanden hauptsächlich aus folgenden Gefällen: 1. Aus dem jährlichen Zigeuner- und türkischen Juden- Harasch (Kopfgeld), dann aus den Toleranz- und Wohnungszinsgeldern der deutschen Juden, der Arrenda der Verfrachtungen zu Wasser und dem Bierbrau-Gefälle, welche Abgaben direct an die Cameral-Oberamtscasse entrichtet wurden. 2. Aus den Gefällen des Haupt-Mauthamtes zu Belgrad und dessen Filialen zu Grocka, Semendria, Passarovic, Paraein, Rud- nik, Valjevo, Sabac und Pales. 3. Aus dem Salzverschleiss bei der Hauptlegstätte Belgrad und den Filialen zu Sabac, Gradiska, Passarovic und Valjevo. 4. Aus den Waldamtsgefällen. 5. Aus dem bei den Provisoriaten eingehenden Wein-, Lämmer-, Ziegen-, Ferkel-, Bienen- und Getreidezehent, Schafweide- und Eichelgeld für Schweine, Fischwasser-, Weinschank-, Fleischbank-, Branntweinkessel- und Mühlzins, türkischen Juden-, Contre- bande- und Straf-Geldern, welche sämmtliche Cameral-Proventen im Jahre 1722 ein Erträgniss von 87.785 fl. 41 kr., im Jahre 1723 aber 95.884 fl. 49 kr. lieferten. Der Zehent wurde in Geld, und nur jener von Getreide in natura erhoben. Als Mittel zur Hebung der Landeseinkünfte empfahl der Cameral-Inspector Alter in seinem erwähnten Berichte »Notitia Serviae« zunächst die Herabsetzung des allzuhohen Salzpreises und die Errichtung mehrerer Filial- Salzlegstätten, damit der Unterthan nicht bemüssigt sei, das Salz auf 20 oder mehr Meilen aus Belgrad abzuholen und die Einschwärzung des türkischen Salzes vermindert werde; ferner die Errichtung einer ordentlichen Legstätte für die fremden Waaren in Belgrad, wodurch der Unterschleif bei der Waarenbeschau verringert werden konnte; die Anstellung von Waldbereitern, damit Niemand ohne Bezahlung der Waldtaxe Bau-, Tischler- der anderes Holz, ausser was er zu eigenem Gebrauche benöthigt, schlage; Errichtung eines ärarischen Tabak-Apaldos, von Lederfabriken, Glashütten, Ziegel48