Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (Neue Folge, 1887)

Erinnerungen aus dem Leben des FM. Grafen Radetzky. Eine Selbstbiographie

Erinnerungen aus dem Leben des FM. Grafen Radetzky. 57 FML. Graf Saint-Jalien wurde von der Armee nach Wien berufen, mit Instructionen versehen und nach Paris abgeschickt. Da Napoleon’s Absicht dahin ging, sich im Innern Ruhe zu schaffen, um seine Pläne durchzuführen, musste er Frieden nach Aussen wünschen. So kam es, dass kurz vor dem Eintreffen Saint-Julien’s in Paris Zach aus der Gefangenschaft entlassen und mit ziemlich annehmbaren Friedensbedingungen nach Wien zurückgeschickt wurde. Diese waren im Wesentlichen: Piemont mit der Lombardié bis zur Adda sollte mit dem Genuesischen Gebiete an Frankreich abgetreten werden, alles Land von dem linken Adda-Ufer an, sammt den Jonischen Inseln dagegen an Oesterreich fallen. Allein Zach, der in Wien wahrnahm, dass Thugut, von England und Russland gewonnen, die Fortsetzung des Krieges beabsichtigte, schilderte die inneren Zustände Frank­reichs derart, dass von der Fortsetzung des Krieges ein überaus glücklicher Erfolg erwartet werden konnte und brachte es dahin, dass in Wien thatsächlich die Fortsetzung des Krieges beschlossen wurde. In Folge dessen wurde Melas von der Armee abberufen und zum commandirenden General in Graz, später in Prag ernannt. Ich wurde mit den Flügel-Adjutanten Torres und Sulkowski zur deutschen Armee übersetzt, der dritte Flügel-Adjutant, Major Prusch, dagegen in gleicher Eigenschaft dem G. d. G. Grafen Bellegarde zugewiesen und Bellegarde zum commandirenden General der Armee in Italien ernannt. So endete der glückliche und für Oesterreichs Waffen rühm­liche Feldzug 1799 mit dem Verluste aller festen Plätze des Genuesischen, Piemonts und der Lombardié. Graf Bellegarde kam bald in Verona an und verlegte sein Hauptquartier nach Villafranca. Melas ging nach Graz und ich sollte meine neue Bestimmung als Regiments-Commandant in Stadt Steyr abwarten. Erzherzog Carl bestimmte mir das Regiments- Commando von Albert-Kürassieren,') welche damals während des Waffenstillstandes in Ulmersdorf in Oberösterreich sich in Canton- nirung befanden. In Folge einer A. H. kaiserlichen Anordnung verfügte ich mich zuerst nach Klagenfurt, wo die Pionnier-Kanzlei anwesend war, ]) Dragoner-Regiment Nr. 3.

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