Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (Neue Folge, 1887)

Erinnerungen aus dem Leben des FM. Grafen Radetzky. Eine Selbstbiographie

58 Erinnerungen aus dem Leben des FM. Grafen Radetzky. um bei solcher Alles zu bereden, was auf meine Eigenschaft als Corps-Commandant vom Jahre 1796 bis 1800 Bezug hatte. Nach einem vierzehntägigen Aufenthalte verfügte ich mich stationsweise nach Stadt Steyr, um die weiteren Befehle abzuwarten. Ich wusste nur, dass Melas mich zum Commandanten seines Regimentes vor­geschlagen habe und ein Gleiches von dem Fürsten Johann Liech­tenstein erfolgt sei, dass aber nach wenigen Tagen der Befehl er­gangen, Se. k. k. Hoheit Erzherzog Carl habe mich zum Com­mandanten des Kürassier-Regiments Albert ernannt. Ich eilte, mich in Wien meinem Inhaber vorzustellen und ging nach Ulmersdorf, wo ich vom Oberstlieutenant Krogher das Regiinents-Commando übernahm. Major Bodi machte mir das Compliment, dass man, und er vorzüglich, sich keinen guten Begriff von den Herren im grünen Rock mache, eine Anspielung auf den Generalstab überhaupt. Ich hielt diese cordiale Ansprache für eine Aeusserung offener Bieder­keit und sagte, ich hoffe mir baldigst das Ver trauen des Regimentes zu verdienen. Am vierten Tage nach dem Eintreffen erhielt ich den Be­fehl, sogleich nach Schärding zu marschiren, wo mein Regiment mit Lothringen-Kürassieren') in die Brigade Wolfskehl und die Di­vision des Fürsten Liechtenstein kam. Vor Schärding bezogen wir ein Lager, stiessen brigadeweise zusammen und hatten am 1. De­cember ein vorteilhaftes Gefecht. Wir rückten gegen den Wald von Hohenlinden, wo wir mit der Brigade Grünne in einer kessel­artigen Stellung, in welcher jedem Cavalleristen bange werden musste, ein Lager rechts vor Ried bezogen. Ich recognoscirte, fand aber keine diesseitigen Vorposten, sondern konnte nur aus dem Schall der Schüsse vermuthen, dass General Löppert auf einen Feind gestossen und, demselben rechts ausbiegend, mit den Vorposten auf Hohenlinden marschirt sei. Ich meldete dieses und detachirte eine halbe Escadron zur Siche­rung des Lagers gegen den Feind, den man im Besitze des Wal­des fand.2) General Richcpansc mit zwei französischen Brigaden hielt denselben besetzt. Ich ritt ins Hauptquartier, um das Ergebniss meiner Recognoscirung anzuzcigen. Man verlachte mich und Hess, J) Dragoner-Regiment Nr. 7.-) Die Schlacht von Hohenlinden am "3. December 1800.

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