Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (Neue Folge, 1887)

Hauptmann R. Gerba: Zur Geschichte der Ereignisse in Bosnien und Montenegro 1853

116 Gerb a. Geschlechtes, die Heimath und Habe verlassen und Zuflucht auf österreichischem Gebiete suchen würden, vor Territorial-Verletzungen zu schützen war. In Folge dessen wurde die ganze waffenfähige Population Süd-Dalmatiens in Bereitschaft gesetzt, um auf das erste Aviso gemeindeweise die Punkte zu besetzen, auf die sie sich zur Be- schützung der Grenze zu begeben hatte. Die wichtigsten dieser Punkte bewachte die Population schon seit Anfang Januar; die Verbindung zwischen denselben wurde durch Abtheilungen des 15. Feld-Jäger-Bataillons unterhalten. Prätor Lettis erhielt speciell den Auftrag, sich nach Castell Lastua zu begeben, um dort die Bewohner von Pastrovecchio auf­zufordern, im Falle eines Uebertrittes der Türken oder Montene­griner auf österreichisches Gebiet, zu den Waffen zu greifen; Patronen wurden denselben zu diesem Zwecke verabfolgt. Nachdem die Verhältnisse in Süd-Dalmatien eine Verstär­kung der normalen Garnison dringend erheischten, wurde mit der Dampf-Fregatte »Sta. Lucia« zuerst das 3. Feld-Jäger-Bataillon nach Dalmatien überschifft und traf, 659 Mann stark, am 13. Ja­nuar Abends in Ragusa ein; die 2. Division des Bataillons kam nach Castelnuovo. Das Bataillon wurde jedoch bald ganz in den Kreis von Cattaro gezogen, und zwar so, dass die 2. Division mit dem Bataillons-Stab nach Castelnuovo, die 1. Division nach Perasto und Perzagno dislocirt und letztere dem in Dragalj commandirenden Oberstlieutenant Leippert zur Disposition gestellt wurde. Schon am 19. Januar wurde diese Dislocation abgeändert, indem die 1. Compagnie nach Risano, die 2. Compagnie zur Verstärkung nach Dragalj verlegt wurde; der Stab und die 2. Division des Bataillons blieben in Castelnuovo. An demselben Tage wurde die 4. Compagnie des 15. Feld-Jäger-Bataillons von Risano nach Dragalj gezogen. Nach Ausschiffung des 3. Feld-Jäger-Bataillons war die Fre­gatte »Sta. Lucia« nach Venedig zurückgekehrt, um mit dem Kriegsdampfer »Vulkan« und Lloyddampfer »Istria« zwei Bataillone des Infanterie-Regiments Kaiser Nr. 1 nach Ragusa zu überführen, wo dieselben am 21. Januar eintrafen.

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