Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (Neue Folge, 1887)

Hauptmann R. Gerba: Zur Geschichte der Ereignisse in Bosnien und Montenegro 1853

114 Gerb a. nach Wien begehen hatte, war am 31. Januar mit dem Lloyd- Dampfer in Cattaro wieder eingetroffen und überbrachte dem Fürsten 20.000 Gulden. Charakteristisch für die Entfaltung der Sympathien für Russland erscheint hiebei der Umstand, dass man nach der Ankunft des Petrovic in Cetinje das Gerücht zu ver­breiten bemüht war, er komme von St. Petersburg und bringe von dorther Hilfe. Wenn aber auch bei dem Fürsten die Sympathien für Russland vorherrschend waren, so war doch in der Bevölkerung eine vorwiegende Neigung für Oesterreichs Herrscher zu erkennen. Vorkehrungen zur Sicherung der österreichischen Grenze. Angesichts der an seinen südlichen Marken eingetretenen kriegerischen Zustände konnte Oesterreich nicht in der Lage des theilnahmslosen Zuschauers verharren. Die Sympathien wendeten sich den heldenmüthigen Männern der schwarzen Berge zu, die historischen Traditionen des Reiches wiesen auf die Unterstützung des um seine Existenz kämpfenden kleinen christlichen Volkes hin; von der Bezwingung Montenegros durch die Türken hatte Oester­reich aber auch nur materielle Nachtheile zu erwarten, wie dies nach der Dämpfung der Insurrection in Bosnien geschehen war. In dem Masse, als die türkische Herrschaft sich dort festsetzte, vermehrten sich die feindseligen Schritte türkischer Beamten und Machthaber gegen österreichische Interessen. Dem Handel wurden ungerechte Lasten und verti’agswidrige Zölle abgepresst, alle Be­ziehungen und sogar der Grenzverkehr oft zum eigenen Schaden der türkischen Unterthanen erschwert und theilweise unmöglich gemacht. Der Betrieb von Unternehmungen wurde unterbrochen, abgeschlossene Geschäfte willkürlich cassirt, Einschüchterung und Verfolgung gegen Jene in Anwendung gebracht, die sich zu öster­reichischen Handelsleuten in Beziehungen einliessen. Dieses in Bosnien und der Hercegovina zur Geltung ge­langte System war für Dalmatien mit besonders schweren Nach­theilen verknüpft und die Unterjochung Montenegros stellte daher für die Handelsbeziehungen von Cattaro mit dem Nachbarlande ernste Gefährdung und empfindlichen Nachtheil in Aussicht.

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