Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Kriegs-Chronik Österreich-Ungarns. II. Theil. Der südwestliche Kriegsschauplatz im Donauthale und den österreichischen Alpenländern. (Mit eigener Paginirung)

24 Die Belagerung von Wien 1683. Quellen: Mittheilungen des k. k. Kriegs-Archivs, „Das Kriegsjahr 1683“, Jahrgang 1883. — Organ der militär-wissenschaftlichen Vereine, XXIV. Band, Jahr­gang 1883, „Die Entsatzschlacht von Wien“. — Ouno Klopp: „Das Jahr 1683 und der folgende grosse Türkenkrieg“, Graz 1882. Das Verhalten der Pforte seit dem Jahre 1682 liess noch vor dem Ablaufe des zu Vasvár im Jahre 1665 abgeschlossenen 20jährigen 1) Vergl. Kriegs-Chronik I. Theil, Seite 45. Bregenz. Bregenzer­wald. die Donau zurück, erschienen aber nach kurzer Zeit wieder am Lech und verwüsteten das Land mit Feuer und Schwert. Leopold Wilhelm konnte diesen Fluss, dessen Übergänge stark besetzt und befestigt waren, anfänglich nicht überschreiten und als ihm dies endlich gelang, war die Jahreszeit so unwirthlich geworden, dass weitere Operationen nicht mehr ausführbar erschienen. Ausserdem berief ein Befehl des Kaisers den Erzherzog nach Wien und übertrug das Obercommando an den General Gallas. Da sich Gallas nicht bei der Armee befand, blieb diese durch einige Zeit ohne Oberbefehlshaber und Wrangel benützte diesen für ihn günstigen Umstand zu einer Expedition gegen Vorarlberg (December 1646). Feldzug 1647. Bregenz, in welche Stadt sich der Adel und Klei’us von Ober­schwaben mit ihren Schätzen begeben hatten, wurde am 4. Januar 1647 von Wrangel erobert, der darin Geschütze, Munition, Schiffe und Kostbarkeiten im Werthe von angeblich vier Millionen Gulden er- beutcte. Die Schweden plünderten hierauf noch mehrere andere Orte und suchten in den Bregenzer-Wald einzudringen, fanden aber darin einen so verzweifelten und hartnäckigen Widerstand, an welchem sogar die Frauen sich betheiligten, dass sie es vorzogen, nach Bayern zurück zu gehen. Der Churfürst Maximilian von Bayern hatte mittlerweile Unter­handlungen wegen eines Waffenstillstandes mit Schweden und Frank­reich begonnen, die am 15. März 1647 zum Abschlüsse gebracht wurden. Noch vor der Unterzeichnung des Waffenstillstandes war Turenne gegen Schwaben abgezogen. Im folgenden Jahre Unterzeichneten auch die kaiserlichen Be­vollmächtigten zu Münster und Osnabrück die Friedensurkunden (24. October 1648), die den schrecklichen Krieg beendeten *).

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