Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Kriegs-Chronik Österreich-Ungarns. II. Theil. Der südwestliche Kriegsschauplatz im Donauthale und den österreichischen Alpenländern. (Mit eigener Paginirung)

Feldzug 1646. 23 Die Kaiserlichen fanden in Folge des Umstandes, dass der Krieg sich nach Deutschland zog, Müsse bis August alle von den Schweden in Niederösterreich besetzten Plätze wieder einzunehmen. Anfangs April sammelten sich ungefähr 4000 Mann unter Puch­heim mit hinlänglichem Geschütz um Krems, das vom schwedischen Oberstlieutenant Lundi mit 500 Mann sehr umsichtig vertheidigt wurde. Das Schloss von Stein, die Stadt und ein Blockhaus bei Stein, tielen ohne besondere Schwierigkeiten in die Hände der Kaiserlichen. Oberst de Souches, der ruhmgekrönte Verth eidiger Brünns, lei­tete die Minirarbeiten gegen Krems, welche sich insbesonders gegen den Lueg-ins-Land, einen gewaltigen Thurm nordöstlich der Stadt, richteten. Batterien wurden auf dem Abhange des Mais-Berges, auf der Höhe nördlich Krems, in Und und auf der Donau-Insel erbaut. Erst als der erwähnte Thurm arg beschädigt und die Schanze beim Wiener-Thore erstürmt war, ergaben sich die Schweden am 5. Mai gegen freien Abzug. Nun (22. Mai) wandte sich Puchheim gegen Korneuburg, das vom schwedischen Oberst Copy mit 700 Mann hartnäckig ver­theidigt wurde. Auf Anordnung Torstenson’s war dieser Platz schon im vorhergegangenen Jahre durch zweckmässig angelegte Verschan­zungen so bedeutend verstärkt worden, dass sich die Kaiserlichen zur förmlichen Belagerung gezwungen sahen. Puchheim liess zum Schutze gegen die noch immer auf dem flachen Lande umherstreifenden Schweden eine Contravallations-Linie ausheben und schritt sodann mit ungefähr 50 Stücken und Mörsern zur Beschiessung der Werke. Bis Ende Juni waren der Schiffthurm, der Thurm am Stockerauer-Thor und das Wiener-Thor zusammengeschossen. Der thatkräftige Vertheidiger fiel häufig aus und störte die Bela­gerungsarbeiten. Endlich gelang es de Souches in der Nähe der Pfarr­kirche und des Wiener-Thores zwei Ravelins in die Luft zu sprengen und eine grosse Bresche zu erzeugen. Copy capitulirte nun gegen freien Abzug am 4. August. Die anderen kleineren Plätze, wie die Schlösser: Staatz, Falken­stein und Rabensburg (südlich Nikolsburg) ergaben sich bald hierauf; ganz Niederösterreich war von den Schweden befreit. Auf dem westlichen Kriegsschauplätze hatten sich (Anfang August) Wrangel und Turenne vereinigt und rückten dann, um den Churfürsten Maximilian zu einem Waffenstillstände und zur Lösung seines Bünd­nisses mit dem Kaiser zu zwingen, unter furchtbaren Verheerungen des Landes gegen Bayern vor. Der Erzherzog Leopold Wilhelm zog aus Hessen mit 30.000 Mann den Feinden nach, konnte zwar den Verlust von Laumgen und Donauwörth nicht mehr verhindern, erschien aber rechtzeitig genug, um Augsburg, dessen Belagerung begonnen worden, zu entsetzen (12. October 1646). Die Feinde wichen gegen Krems. Korneu­burg:.

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