Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)
Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)
*) „Interpretate le lettere, si rieava ehe il Bassa di Buda fa mille protesta- tioni al Visir, di non potersi piü mantenere nel Castello, et la caduta di quello, la perdita inevitabile della Cittä, che peró il soccorso deve esser cellere, né piü. ritar- dato, mentre li difensori, senza la sua assistenza, vedonno disperarsi nella conti- nuatione, et protesta di haver sostenuto quanto ha potuto, ne si doverä ä lui ascrivere alcun mancamento. Aecusa il soccorso entrato il giorno delli 20 ascendente k otto bandiere in tutto 300 persone, ina gran parte di quelli feriti, che non puo servirsi. Aggiunge che 100 di quelli si sono affatto perduti il giorno delli 22 nell’ assalto che iü dato al Castello da questa parte, havendo preso posto nell’ altura di quello, et non esser possibile scacciarli, havendo tentato, (ma indarno) mentre tutti quelli che volsero azzardarsi con sortite sono restati ammazzati. Che perö essendo nell’ attacco del Castello li Christiani molto ben avvanzati, prega per il Dio grande di pronto soccorso.“ — Schreiben des Obristen Gabriel Grat Vecchi an den Markgrafen Hermann von Baden ddto. Lager der Bayern vor Ofen, 24. August 1686. — Grossherzogliches Archiv in Carlsruhe. *2;S. August. Baden, der Lieutenant Baron Fueger desselben Regiments, vier andere Lieutenants und vier Fähnrichs. Die Zahl der umgekommenen Türken mochte keine geringe sein, da in einem, wenige Tage später aufgefangenen Briefe der tapfere Abdurrahman zum ersten Male dem Grossvezir die Besorgniss ausspricht, er werde den anvertrauten, wichtigen Platz nicht mehr lange behaupten können *). Obwohl in der Nacht auf den 23. August ein überaus heftiges, 2 mit starkem Hagelschlag verbundenes Gewitter die Arbeiten der Kaiserlichen sehr erschwerte, wurde dennoch die Erweiterung der Sappe fortgesetzt und ein Logement am Graben errichtet, aus welchem die Belagerer mit 30 Mann in Front zum Sturme vorzubrechen beabsichtigten. — Aus mehreren aufgefangenen, an den Grossvezir gerichteten Briefen entnahm der Herzog von Lothringen die trostlose Lage der Besatzung und deren dringendes Ansuchen um schleunige Hilfe. Der Generalissimus, anfänglich durch das Erscheinen der Entsatzarmee in einige Verlegenheit versetzt, hatte mit richtigem Blicke seinen unfähigen, energielos umher tastenden Gegner und dessen Scheu vor einer Entscheidungsschlacht bereits erkannt und begnügte sich deshalb damit, während der folgenden Nacht die Contravallations Linie besetzen und die Reiterei Bereitschaft halten zu lassen. — Auf der Seite des Brandenburg’schen Angriffes wurden alle vorgeschobenen Posten, mit Ausnahme einer Wache von drei Mann, vom Graben vorsichtig zurückgezogen, da man den Feind mit dem Baue einer gegen das kleine Rundeil gerichteten Gegenmine beschäftigt glaubte. — Der Churfürst von Bayern, ungehalten darüber, dass seinen Truppen am Morgen die Logirung an den Palissaden misslungen war, liess während des nächtlichen Unwetters diesen Versuch erneuern. Derselbe gelang vollkommen, indem die Soldaten unter den Augen des Markgrafen Ludwig von Baden und des Prinzen Eugen von Savoyen sich des Postens fast ganz ohne Verlust bemächtigten. Der wichtigste Theit des Schlosses befand sich hiemit in dem Besitze der Angreifer. —