Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)

21. Anglist. Durchbruch türkischer Verstärkungen nach der Festung Ofen am 20. August 1686. 83 sich in Schlachtordnung gestellt, hinter ihre Linien einrückten. Zum Zeichen, dass ein Theil des Succurses in die Festung gelangt sei, hisste die Besatzung von Ofen die Siegesfahne auf und gab drei Salven ab. — Auf bayerischer Seite war es im Laufe des Vormittags zu wiederholten Scharmützeln mit den Vortruppen des Grossvezirs ge­kommen. Nach dem Abbrechen dieser Gefechte wurde der bayerische Rittmeister Santini mit einem Theile seiner Reiterwache vermisst. Am nächsten Tage (21. August) hatte sich die Armee des Grossvezirs wieder dem Gesichtskreise der Belagerer entzogen, so dass diese ungehindert Abtheilungen auf Fouragirung aussenden konnten.— Der Herzog von Lothringen liess in der Batterie der Communications- Linie die durch das Feuer des Feindes angerichteten Beschädigungen herstellen und neben den darin bereits vorhandenen vier Geschützen noch zwei neue aufführen. Auch wurde der Bau einer neuen Batterie, die vom Gegner kaum eingesehen werden konnte, begonnen, die Er­weiterung der in den Graben führenden Sappen angefangen und die Brücke bei Alt-Ofen, welche nur für Infanterie praktikabel ein­gerichtet worden war und hauptsächlich als Stromsperre zu dienen hatte, vollendet. — Feldmarschall-Lieutenant Graf Souches, der am ver­gangenen Tage eine Redoute in der Contravallations-Linie unbesetzt gelassen und dadurch den Janitscharen das Durchbrechen ermöglicht hatte, wurde vom Generalissimus zur Verantwortung gezogen und in Arrest gesetzt. — Auf Seite der Bayern hatte die Belagerung in den letzten Tagen an Heftigkeit etwas nachgelassen, da die Truppen, durch die Armee des Grossvezirs vielfach alarmirt, sich entweder mit dieser in zahlreichen Scharmützeln zu schlagen oder in Gefechtsbereitschaft hinter ihrer Contravallations-Linie zu verbleiben hatten. Ungeachtet dieser von Aussen her erfolgenden Störungen war das Ofner Schloss durch das unausgesetzte Kreuzfeuer der bayerischen Batterien in eine Ruine verwandelt worden und die Mineure arbeiteten emsig unter der Erde fort. Eben als die von ihnen vollendete Mine geladen werden sollte, wurde dieselbe vom Feinde entdeckt und unschädlich gemacht Maximilian Emanuel fasste den Entschluss, ohne weitere Zögerung am folgenden Tage zu stürmen und sich in den vollständigen Besitz der Schlosstrümmer zu setzen. General-Feldwachtmeister Rommel (Bayer) wurde, als er den Truppen die Dispositionen zu dem beschlossenen Angriffe ertheilte, von einer Musketenkugel getödtet Von den Kaiserlichen wurde der Bau der neu angefangenen Batterie in der nächsten Nacht (auf den 22. August) wieder eingestellt, dafiii aber eine derartige Correctur des Terrains vorgenommen, dass die Geschütze in der Batterie der Communications-Linie den Fuss der Festungsmauer fassen konnten. Zur Unterstützung der stürmender Bayern liess der Herzog gegen Morgen einen Scheinangriff unter nehmen, der insofern einen guten Erfolg hatte, als die alarmirter 6*

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