Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)

') „This Morning the Grand Vizier Remov’d his Campe, and Marched back towards Alba Regalis, he strangled the Bassa who brought him the newes of their Defeat, and told him that they Chang’d us like Lions, but were Received by Devills, upon which the Grand Vizier Spitt in his face and Commanded him to be dispatchd.“ Richards, Journal etc. 2) Dieses Schreiben lautete nach der im Tagebucho des Herzogs von Lothringen befindlichen deutschen Übersetzung: „Gnädiger Herr. Nach gewüntsehten gesicht auf den Köstlichen staub desselben Fuessstapfen wirdt von dero getrewen Diener Be­richtet, dass der überschickhte Brieff durch einen officier den 12. tag dises gebene- deiten Monatlis Ramesan ankommen, in welchen Berichtet worden, dass dieselbe glücklich zu Ossekh ankommen; Die Höchste warheit wolle Ihnen Langs Leben, glückh, sterckh und sieg verleihen, und den glaubens Feindt flüchtig machen, und straffen. Amen. Die auf dero schreiben vonnöthene gehorsambe zeillen seindt mit 2 officier denenselben zu geschickht worden, durch sie diser Vestung, und deren darinnen Belagerten Diener Gottes zu vernémben, und welches der leichteste und verträglichste weg seye, den Feindt mit Gottes Hilff zu überwältigen, allein weilen nicht wissend ob solche bey solcher Höchen gegenwarth ankommen, alss ist noch- mallen mit Vollkommener aufrichtigkeit die sach wie sie an sich selbst Berichtet worden: der zeit ist zwar Gott gedankhet der bösswichtige Feindt in schröckhen und Confusion, allein auss pur lauter Hoffart Lasset Er nicht einigen augenblüekh nach, Tag und nacht wie vorhin, mit stuckhen, röhren, bomben und Minen zue zusezen, wie Er dau 2 tag vor dem dato dises Brieffs den 22. tag dess gebenedeiten Monaths Ramesan dass ist am Montag Frühe Bey der grossen Rondel 6 Minen auf einmahl springen lassen, und haben hernach die Vermaledeite auf die breche gesturmet, sie sein aber durch die gnad Gottes und die Miracul dess Herrn oder Óbristen der Propheten und meines gnädigen Herrn Gunst die Minen zuruckh ge­sprungen und etliche vermaledeite umbgebracht, nach einen ständigen Gefecht sein sie mit schadt wieder zuruckh gewichen; zu beeden seithen seind ihre vermaledeite General und Zeraschier in denen aprochen in Persohn gegenwertig gewesen; wie sie gesehen, dass Gott der Herr diesen den Tag denen rechtgläubigen sich und seine gnad mit getheilet, und sie gestraffet, seind sie ganz Betriebt, Traurig und perturbiert gewesen, gleich wie es die gefangene vor gewiss Berichtet, Gott seye gedankht, dieses alles seind meines gnädigen Herrns Höchen Gunst Früchte, Hoffen derohalben, und thun Gott Bitten, dass Er Balt disen Hochfärtigen Feind straffen und dass rechtgläubige KriegsHörr sigreich machen wolle. Wir hoffen auch von meinen Herrn dass Er allen Fleiss auwenden auf dass ehistens, und auf wass weiss es Immer möglich sein kan in diese Vöstung Souccurs zu bringen. Wir warthen stündlich auf desselben ankhunfft, mein Gnädiger Herr in mein vorigen übersendten schreiben ist gemelt worden, dass mau eine grosse Confusion verursachen könte, wan man diesen Hoffertigen Feindt etliche nacht auf unterschiedlichen ortlien über­fallen thete, mit Gottes Hülff solte man sehen, dass Er überwältiget wurde, dann Soldaten, die einen Theil der eroberten Feldzeichen auf der Bresche aufzupflanzen hatten. Mit dem Reste der Trophäen wurde Graf Johann Pálffy, Rittmeister im Regimente Pálffy, an den Kaiser abgesendet. — Vom Grossvezir wurde in Erfahrung gebracht, dass, nachdem er den Pascha, der ihm die Meldung von der Niederlage des nach den Höhen detachirten Corps überbracht, eigenhändig misshandelter sein Lager abgebrochen und, in der Absicht Verstärkungen an sich zu ziehen, den Rückzug gegen Stuhlweissenburg angetreten habe. — Zwei Bauern, die sich aus der Festung geschlichen hatten und durch ihr Betragen Ver­dacht erregten, wurden festgenommen und auf Lothringen’s Befehl einem Verhöre unterzogen. Man fand bei ihnen einen Brief des Pascha von Ofen an den Grossvezir, dessen Absendung sich aus unbekannten Gründen verzögert hatte 2). Auf Befehl des Churfürsten von Bayern

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