Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)

14. Ane-üst. Schlachtviehes hinweg, brachten die Reiterwachen in Unordnung und steckten, da sie nicht rasch genug vertrieben werden konnten, sogar das Holzwerk einer Schanze der Communications-Linie in Brand. Siegreiche Zurückweisung der feindlichen Verstär­kungs-Truppen am 14. August 1686. Da für den nächsten Tag (14. August) eine taktische Ent­scheidung mit Bestimmtheit zu erwarten stand, blieb die verbündete Armee während der Nacht in ihrer Aufstellung. Bald nach Sonnen­aufgang verhess der Grossvezir seine Höhen, demonstrirte wie gestern gegen das Lager der Bayern, zog aber hierauf seine ganze Schlacht­linie nach links und schob seinen linken Flügel gegen die Berge vor. Diesem Flügel voraus eilte ein Corps von 8000 ausgesuchten, mit Brenn- und Schanzzeug ausgerüsteten Leuten (Spahis und Janitscharen), die befehligt waren, über Budakeszi und den grossen Schwabenberg in das St. Paulus-Thal und von dort aus in die Festung vorzudringen. Thatsächlicli hatte dieses Corps den rechten Flügel der verbündeten Armee bereits umgangen, als General Dünne­wald, der diesen Flügel commandirte, den Marsch der Feinde wahrnahm und sich, um diesen genauer zu beobachten, mit den Dragoner-Regimentern Schulz und Saurau, dem Croaten-Regiment Lodron und einigen National-Truppen auf dem kürzeren Wege nach den Bergen zurückzog. Als sich das überlegene feindliche Corps dem General Dünnewald, der sich in einem der Cavallerie ungünstigen, mit dichtem Gesträuch bedeckten Terrain hatte postiren müssen, näherte, bat dieser General den Herzog von Lothringen, ihm einige Infanterie zur Verstärkung zu senden. Der Generalissimus, welcher an Fussvolk keinen Überfluss batte, konnte nur zwei Bataillone ent­behren, denen die Reiter-Regimenter Caprara, Pálffy, Taaffe, Neuburg und Fürstenberg derart nachfolgten, dass die letzteren drei die Reserve bildeten. Kaum hatte Dünnewald die beiden Bataillone und die Regi­menter Caprara und Pálffy an sich gezogen, als er auch schon von den Türken mit Ungestüm angegriffen wurde. Die Huszárén geriethen in Unordnung, aber die Croaten und Dragoner blieben unerschüttert, hielten eine ziemlich unschädliche Geschütz- und Gewehrsalve aus und hieben dann, ohne den Feinden zum nochmaligen Laden Zeit zu gönnen, von zwei Seiten mit solcher Vehemenz in diese ein, dass die Spahis die Janitscharen und Geschütze ihrem Schicksale iiberliessen und auseinanderstäubend auch das Fussvolk in ihrer Flucht mit sich rissen, wobei die Janitscharen „so wie die Schnepfen in diesen kleinen puschen geschossen wurden“. Der Prinz von Neuburg blieb mit zwei seiner Escadronen, zu denen sich aber bald mehrere gesellten, den Fliehenden auf den Fersen und trieb sie über die Berge bis zu der

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