Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)

13. August. ursachte Beschädigung mit spanischen Reitern dauerhaft verhaut. — Da sich der Grossvezir mit seiner Armee im Anmarsche befand, an einen Fortgang der Belagerung mit einem feindlichen Heere im Rücken nicht zu denken und die zahlreiche Reiterei hinter den Contravallations- Linien nicht zu erhalten war, beschloss der Herzog sich gegen den Grossvezir durch eine Schlacht Luft zu schaffen und zu diesem Zwecke sich der vortheilhaft gelegenen Höhe zwischen Promontor und Bia, wenn möglich noch vor dem Eintreffen des Feindes, zu versichern. Feldmarschall-Lieutenant Mercy hatte deshalb mit ungefähr 8000 Mann in den Tranchéen zu verbleiben, die übrige Armee aber mit Anbruch der Nacht dem Feinde entgegen zu gehen. Die Belagerungsarmee hatte sich kaum in Marschbereitschaft gesetzt, als die Nachricht einlangte, der Grossvezir habe das Plateau von Promontor bereits occupirt und beabsichtige am nächsten Tage die Contravallations-Linien zu durchbrechen und Verstärkungen in die Festung zu werfen. Der Herzog Hess nun die Truppen wieder nach den ihnen zugewiesenen Lagerplätzen abrücken und ertheilte den Befehl, dass Alles zwei Stunden vor Tagesanbruch abermals zum Marsche bereit sein müsse. Am 13. August um 4 Uhr Morgens for- mirte sich die verbündete Armee zwischen Buda-Ors und dem Adler­berge derart in zwei Treffen, dass die Bayern, die hinter ihren Linien verblieben, den linken Flügel bildeten. —■ Gegen Mittag verhess der Grossvezir die Höhen und bildete aus seinem ersten Treffen eine lange Front, während das zweite (Tross) auf dem Plateau verblieb. Obwohl an Truppenzahl seinem Gegner mindestens gleich, wagte dennoch der Grossvezir einen Angriff nicht, sondern gab sich damit zufrieden, seinen linken Flügel gegen die Höhen vorzuschieben, welche das Lager der Verbündeten im "Westen beherrschten. Der Generalis­simus hatte den Zweck dieser Demonstration sofort erkannt und sandte einige Regimenter zurück, um jede Umgehung und jeden Durchbruch des Feindes in der Richtung gegen das St. Paulus-Thal zu verhindern. Die Türken zogen aber den vorgeschobenen Flügel bald wieder zurück und Hessen,' nachdem sie mehrere zwecklose Kanonenschüsse abgegeben hatten, einige Haufen Tataren gegen die Linien der Bayern ausschwärmen. Nachdem sich auf dem linken Flügel der Alliirten, die seit einigen Tagen gewöhnlichen Scharmützel erneuert hatten, zog sich Suleiman Pascha gegen Abend wieder auf die Heide bei Promontor zurück. — Den Bayern, zu welchen der Herzog von Lothringen das Regiment Caraffa und 40 Fähnlein National- Truppen hatte stossen lassen, gelang es endlich, sich in der Nacht auf den 13. August in dem vielumstrittenen Schlosszwinger festzu­setzen. -— Während des vorhergehenden Tages (12.) fielen die Türken zweimal auf der Südseite aus und drängten die Angreifer aus ihren vordersten Posten zurück. Sie trieben den Bayern einen Theil des

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