Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)

Zweiter Generalsturm der Belagerer am 3. August 1686. 75 ') — „the Duke of Lorraine was greatly displeased saying alaud, It was well Field Battailes depended not on Miners.“ — Richards, Journal etc. 11. August. 12. August. Tapferkeit beträchtliche Verluste erlitten hatten, wieder zurücknehmen. Bei Tagesanbruch fielen die Feinde gegen die in den Approchen den Dienst versehenden Sachsen aus. Diese, ihrer Mehrzahl nach, junge, wenig geübte Truppen, hatten sich an die Kampfweise, den Ungestüm und das Geschrei der Türken noch nicht gewöhnt, Hessen sich in Unordnung und zum Weichen bringen und verloren dabei an Todten und Verwundeten gegen 30 Mann.— Der Rest des Tages verlief unter leichten Scharmützeln zwischen den Huszárén und den noch immer hei Promontor stehenden Tataren und Spahis. Am nächsten Tage (11. August) Hess der Herzog die drei ver­fertigten Minen, auf welche die Mineurs die grössten Hoffnungen setzten, laden, die Sprengung aber, auf welche im Falle ihres Gelingens ein Sturm unmittelbar folgen sollte, für den nächsten Morgen anordnen und die für die Attaké bestimmten Truppen noch während der Nacht in die Approchen führen. — Am jenseitigen Rande des St. Paulus-Thaies wurde der Bau einer Sternschanze und der einer Communications- Linie zu derselben in Angriff genommen.— Im Laufe des Tages rückte Petneházy mit 800 Mann trefflich ausgerüsteter National-Truppen in das kaiserliche Lager ein.— Von der Armee des Grossvezirs wurde bekannt, dass sie bei Erd (Hanzsabék) eingetroffen sei. Im Süden des bayerischen Lagers fanden unaufhörlich lebhafte Scharmützel mit der türkischen Vorhut statt, die weder einen besonderen Vortheil, noch einen grösseren Verlust ergaben. Einem getödteten Türken, der, nach Pferd und Rüstung zu schliessen, einen höheren militärischen Rang bekleidet haben mochte, wurden mehrere, an den Pascha von Ofen gerichtete Briefe abgenommen, in welchen der Grossvezir seine baldige Ankunft versprach und zu zähem Ausharren ermahnte. Der Herzog Hess am 12. August um 5 Uhr Morgens die Minen springen, die, nach der Versicherung der zu ihrer Herstellung ver­wendeten Werkleute, einen vorzüglichen Erfolg ergeben sollten, wes­halb der Generalissimus die Ausführung anderer wichtiger Unter­nehmungen verschob. Die hochgespannten Erwartungen fanden aber eine arge Enttäuschung. Schon die erste Mine tüdtete und verwundete mehrere kaiserliche Soldaten, während der beabsichtigte Effect ganz ausblieb; die zweite hob ein kleines Stück des feindlichen Retranche- ments empor und die dritte that wieder empfindlichen Schaden, indem sie Steine und Erde nach rückwärts schleuderte. Lothringen, auf das Höchste gegen seine Mineurs entrüstet *), Hess den angeordneten Sturm abbefehlen und zog die commandirten Truppen wieder aus den Approchen heraus. Noch unter den Augen des Generalissimus hatten die Türken, die durch die zweite Mine ver-

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