Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)

68 Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. habet Ihr Unsere Euch selbes mahl ertheilte Clemenz nicht angesehen, noch ange- nomben; Weilen Wir aber nun durch die gnadt Gottes dess allerhöchsten mit sturmb die Breche bestigen, und behaubtet, Alss sehet Ihr, in wass standt Ihr Euch Be­findet, derowegen dann Wir auss gegen iederman habender güette, und damit nicht so viel mensch Blueth vergossen werde, Euch noch ein mahl zu wissen thun, dass, wan Ihr die Vöstung über gebet, alle sambentlich, gleich wie es in Unserem vorrigen geschriben worden, verschonet, und also wie zu Gran, Vicegrad, und andern eroberten Yöstung der Accordt gehalten werden solle, widrigenfalls, so fern Ihr auf Euerer Halssstärigkeit verharret, Wir auf khein weiss, oder weeg es Immer seye, Euer ybergab für genemb halten werden.“ — K. k. Kriegs-Archiv. ') „Der Zeit dess Komischen Imperator dess Teutschen Kaysers General Lieutenant von Lothringen und Baar. Einen freuntschafftlichen gruess an vor. Eueren Brief! Haben Wir erhalten, und darauss vernomben, dass Ihr widerumb der Vöstung übergab Begehret, der Vöstung übergab stehet in der Handt der Allmacht Gottes, und nicht in unserer Handt, Ihr habet unss Eure Clemenz zu wissen getlian, Crafft deren Ihr der Menschen Blueth vergiessung nicht verlanget, so fern dem also, were es nicht besser, wan man sich Befleissen Thäte, dass der Zwischen Beeden Maiesteten aussgebraite unfridt, Zwitracliten und Kriegsfeyer, wan es auch Ofen nicht sein solle, neben tractirang eines andern heylsamben Negotij mit einer andern Vöstung auf gehoben wurde? und ausser deme, dass der Diener Gottes Scilicet unterthanen in einen ruhesamben standt gesetzt wurden, die weilen Ihr euch in einem so Hochwichtigen negotio Befindet, dadurch ein ewigen gueten namben gewinnen wurdet, dahero Euch befleisset, dass durch mittl eines verständigen Mannes zu Beeden Tlxeil ein heyl- sambes Negotium gerichtet werde, damit die unterthanen, von völliger Zertrettung, und disen Angelegenheiten befreyet werden. Unsererseits solle auch aller Fleiss an­gewendet werden, darmit ein dergleichen guettes Negotium zustandt gebracht werde; der Allerhöchste wolle baldt von denen Dienern Gottes dises Kriegsfeyer abwenden. Amen.“ Abdurrahman, Commendant der Zeit zu Offen.“ K. k. Kriegs-Archiv. 31. Juli. meister Ogilvy des Regimentes Baden ein Gleiches thun. Die Türken empfingen die Parlamentäre diesmal mit grosser Höflichkeit, ersuchten jedoch, dass, da es schon später Abend sei, die Antwort erst am nächsten Morgen abgeholt werde. Am Morgen des 31. Juli ertheilte der Pascha seinen ablehnenden Bescheid '), worauf der Herzog eine Mine springen Hess, die zwar vielen Schutt in den Graben warf, aber auch die von den Belagerern auf der Bresche erbaute Batterie beschädigte. — Nachmittags schickte der Pascha zwei Geiseln in das Lager des Churfürsten von Bayern und Hess ersuchen, dass man einen höheren Officier an ihn abordnen möge, dem er dann Eröffnungen von Wichtigkeit machen wolle. Auf dieses Ansuchen hin wurde eine zweistündige Waffenruhe vereinbart und sodann der General-Adjutant Creuz in die Festung gesendet. Dieser wurde mit grossen Ehrenbezeigungen empfangen, festlich bewirthet und mit der Mittheilung wieder entlassen, dass der Pascha ermächtigt sei, Ofen zu übergeben, wenn der Churfürst die Verpflich­tung übernehmen würde, zwischen dem Kaiser und der Pforte einen Frieden zu vermitteln. Da der Churfürst zu solchen Schritten keine Vollmachten besass und überdies in die Aufrichtigkeit dieses An­trages kein Vertrauen hegte, sandte er die Geiseln zurück und Hess

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