Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)
Die Ernährung und Leistungsfähigkeit der k. k. Truppen im Felde, von der Zeit des 30jährigen Krieges bis zur Gegenwart
yob der Zeit des 30jälirigen Krieges bis zur Gegenwart. 269 videnz leben und erwarten musste, was der Feind, so aller Orten zu brennen beginnt, ihr übrig lasse“ '). Am 7. October brach der Markgraf gegen Thököly von Hermannstadt auf und verhinderte denselben, sich mit den Türken in Ungarn zu vereinigen. Thököly wandte sich nun gegen Kronstadt mit der Absicht, Siebenbürgen quer zu durchziehen; jedoch Ludwig von Baden legte sich ihm mit seiner Reiterei bei der letzteren Stadt vor und zwang am 25. October Thököly, nach Verlust des ganzen Trains, durch den Bodzaer Pass nach der Walachei zu flüchten. Die kaiserliche Reiterei, durch die seit Anfangs September continuirlichen Märsche und Operationen bei schlechter Verpflegung in schlechter Condition, legte dabei die Strecke von Okland nach Kronstadt 8 Meilen oder 60km, in zwei Tagen zurück und zeigte sich noch so offensivfähig. Von besonderem Interesse ist der Übergang kaiserlicher Truppen unter Prinz Eugen über die lessinischen Alpen 1701. Wenn auch die durch das Val Teragnolo, Val Arsa und Val Fredda führenden beschwerlichen Fusssteige seit dem 23. Mai durch die Soldaten und die aufgebotenen Landesbewohner mit der grössten Anstrengung in einen practicablen Zustand versetzt werden sollten, so waren die erhofften Wegherstellungen, deren Beendigung in Rücksicht auf die Geheimhaltung nicht abgewartet werden konnte, bei Beginn der Operationen durchaus nicht so weit vorgeschritten, dass ein gefahrloser Übergang über die noch mit Schnee und Eis bedeckten Gebirgspassagen denkbar gewesen wäre. Sagt ja selbst die Disposition des Prinzen zum Vormarsche: „-------Die commandirten Dragoner werden meistens zu Fuss gehen un d ihre Pferde über das unbeschreitliche Gebirge an der Hand führen, auch die Stücke mit Stricken hinaufgezogen und die Wägen zerlegter hinaufgetragen werden müssen“ * 2). Überdies hatte die Infanterie einen viertägigen, die Cavallerie einen sechstägigen Verpflegsvorrath zu tragen. Die Colonne, bei welcher sich Prinz Eugen befand, aus 6 Bataillonen Infanterie, 1 Regiment Kürassiere, 400 Reitern von Corbelli- Kürassieren und Sereni-Dragonern und 20 Regiments - Geschützen bestehend, marschirte am 27. Mai von Ala in das Val Fredda bis la Sega, 8km bei 1300“ Steigung und legte am folgenden Tage, über die Höhen marschirend, den selten betretenen Weg über Fosse nach Breonio (llkm Luftlinie) zurück. Das Gros der kaiserlichen Reiterei, 3 Regimenter und 6 Geschütze, unter FML. Graf Pálffy brach am 26. Mai von Roveredo auf, ging durch das Val Arsa und über Bericht des Markgrafen an den Kaiser. Röder, Urkunde XXVI, 21. 2) Feldzüge des Prinzen Eugen von Savoyen, III. Band, pag. 156.