Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)

Die Ernährung und Leistungsfähigkeit der k. k. Truppen im Felde, von der Zeit des 30jährigen Krieges bis zur Gegenwart

tualien dem Soldaten etwas geben wurde, dass solle Ihnen an Ihrem Underhalt, gleichwol etwas leidendlichern werth, als sonst der gemaine Kauff und verkauff ist, wider abgekürtzt und den Dargebern an Ihren Gaben gut gemacht werden“. Die von den „Proviant-Commissären“ meist im Contributions- Wege aufgebrachten, seltener angekauften Vorräthe, die grösstentheils nur Brodfrucht waren, wurden in Provianthäusern aufgespeichert und „gegen des Rittmeisters oder Hauptmanns, oder desjenigen Quittung, so bei der Compagnie oder dem Fändl dessen Stelle hält“, an die Bezugsberechtigten ausgefolgt. Die Sorge um das Fleisch und Getränke wurde den „Sudlern“, Marketendern, überlassen. Überhaupt waren eigentlich letztere die wichtigsten Personen des Verpfiegswesens. Sie genossen auch vollen gesetzlichen Schutz, wie dies aus dem „Wallenstein’schen Beiterrecht“ ') hervorgeht. „Niemand soll die Marketender weder innerhalb noch ausserhalb des Lagers oder der Garnison plündern, oder ihnen sonst Gewalt anthun, auf dem Proviantplatz Gewalt treiben oder etwas wegnehmen. Wer solches thut, ist gefänglich einzuziehen —. Es soll Keiner vor das Lager hinausgehen, um den Proviant allda wegzu­kaufen, sondern im Gegentheil den freien Verkauf der Lebensmittel im Lager befördern.“ Die Anlage von Magazinen, aus denen die Truppen ihre Bedürf­nisse beziehen konnten, war damals nicht gebräuchlich und scheint in einem schüchternen Versuche Wallenstein’s, der aber nach seinem Tode wieder aufhörte, zum ersten Male aufgetaucht zu sein. Wallen­stein benützte die Erträgnisse seiner weitläufigen Herrschaften zum Unterhalte seiner Armee und liess selbst, gelegentlich des Zuges gegen Dänemark, nach Damnitz Cerealien auf der Elbe schaffen2). Der Umstand, dass in den Gegenden der untern Elbe nur wenig Wein zu erhalten war, bestimmte Wallenstein, Aldringer zu beauf­tragen: „1000 bis 1500 Eimer Wein nach Peuzenburg und Damnitz“ zu senden 3). Gewöhnlich waren es aber die ausgeschriebenen Contributionen, welche für die im Felde befindlichen Truppen den Unterhalt abgeben mussten. Dass dabei auch mitunter Fleisch und Getränke eine Rolle spielten, geht aus einem „Protocoll-Buche“ über die in der Zeit vom 13. August bis 5. December 1626 an die kaiserlichen Truppen der Aiunee Wallenstein’s ausgetheilten Verpfiegsartikel hervor4). ') Kriegs-Archiv 1617; Fase. XIII, 3. 2) Kriegs-Archiv 1628; Fase. VIII, 8. 3) Kriegs-Archiv 1628; Fase. Ill, 6. 4) Abschrift aus dem gräflich Czemin’schen Archive zu Neuhaus. Kriegs-Archiv 1626; Fase. XIII, 2.

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