Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)

Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685

252 Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 11585. gebriidern Koháry vorgangen.“ Er fugte bei: „der Petróczy seye dato nit herüber kommen, sondern sich mit seinen anhanjr in das gebürg begeben, den die Zathmárischen Hussaren verfolgen, undt undterschiedlich von Ihme gefangen haben“ '). Da die Insurgenten in immer grösseren Schaaren in kaiser­liche Dienste traten, gerieth der Ilofkriegsrath wegen ihres Unter­haltes in einige Verlegenheit. Am 29. November eröffnete er dem Feldmarschall Caprara: „Die grosse anzahl der herüber khommenen Ungarn werde nit möglich sein von hieraus völlig zu bezahlen, dahero nothwendig ein anders temperament zu treffen, selbe theils in die gräniz einzutheilen, von der Zipser Cammer zu bezahlen, theils sonsten zu accommodiren“ * 2). In Anbetracht dieser wichtigen Ereignisse und Erfolge erliess der Hofkriegsrath eine neue Repartition der Winter­quartiere, in welcher verfügt wurde, „dass Er (Caprara) auch die partes Regni, als Marmarosch, Comitatus Kövariensem, Krasna et Bihariense mit in die contribution ziehen könne“ 3 4). Ein späterer Erlass (vom 7. December) dehnte den Rayon der Winterquartiere bereits über einen Theil Siebenbürgens aus und machte dem dahin beorderten FML. Caraffa zur Pflicht, „mit dem angefangenen glimpf gegen den Fürsten in Siebenbürgen zu continuiren, die Quartier zu behaupten und guete disciplin zu halten“ 4). Helene, Thököly’s Gattin, hatte sich mittlerweile in Munkács eingeschlossen. Caprara, dessen Capitulations-Vorschläge unbeachtet geblieben waren, Hess noch in vorgerückter Jahreszeit gegen diesen festen Platz einen Belagerungsversuch unternehmen, welcher jedoch an dem energischen Widerstande der heldenmüthigen Frau scheiterte. Die Kaiserlichen mussten sich darauf beschränken, Munkács den Winter hindurch leicht blokirt zu halten. Von ganz ausserordentlichen Erfolgen begleitet, waren die Opera­tionen des FML. Mercy und des ihm zugetheilten GFWM. Heissler. Diese beiden Generale wandten sich mit ihrem kleinen Corps zunächst gegen Hoves, welchen Platz die türkische Besatzung bei der An­näherung der Kaiserlichen in Brand steckte. Die Garnison wollte sich nach Erlau in Sicherheit bringen, wurde aber von Mercy verfolgt, welcher gegen 200 Gefangene machte und 4 Geschütze erbeutete 5). ') Bericht ddo. Patak, 6. November 1685. —. Registratur des Reichs-Kriegs­ministeriums. 2) Ein gleichzeitiger Bericht Stephan Csáky’s meldete: „das nunmehr völlig das Ober Hungarn (ausser Mungatsch) in ihrer Kay. Mayt. devotion kommen“. Ein« beigelegte „Lista“ beziffert die „geweste Thökölyscbe miliz in den guarnisonen“ auf 17.068 Mann. — Registratur des Reichs-Kriegsministeriums. 3) Registratur des Reichs-Kriegsministeriums. 4) Registratur des Reichs-Kriegsministeriums. 5) Journaux des campagnes etc. — Staats-Arcliiv.

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