Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)

Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685

246 Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685. Stadt wurde ohne Erfolg beschossen, dagegen aber eine Abtheilung von 1000 Türken, die sich in der Nähe derselben zeigte, geschlagen und ihr sechs Feldzeichen abgenommen, welche nebst 70 Köpfen erschlagener Feinde als Siegeszeichen mitgenommen wurden. Am 16. September fasste ein einberufener Kriegsratb den Beschluss, von dem festen Budák abzu­lassen und dafür das offene Land zu verwüsten. Herberstein marschirte deshalb nach Novi, wo er 400 Häuser in Brand stecken Hess und sodann nach Ribnik, welcher wohl armirte Platz für einen Handstreich jedoch viel zu stark erschien. Am nächsten Tage (17.) stand das Streifcorps vor Vrebac, dessen Schloss im Monate Juli von dem Morlakenführer Jankó zerstört worden war, und rückte hierauf vor Neu-Perusic. Dieser feste Platz wurde durch einige Zeit beschossen und „Feyr in denselbigen geworffen und hätte wenig gefählet, dass dass schloss gleich denen So herausen umb angetroffen worden dem vulcano zu einem Brandtopfer hätte mögen angerichtet werden“ '). Von Perusic kehrte das Detachement beutebeladen nach Karl­stadt zurück. Während eines fast ununterbrochenen Parteigänger-Krieges war es selbstverständlich, dass zuweilen allzu kühne und waghalsige Streifcorps auch Niederlagen erlitten. So wurde eine Abtheilung Croaten , welche die Gegend bei Valpovo verheerte, von den nach Belgrad zurückmarschirenden Heerestrümmern des Seraskiers ereilt, und fast ganz aufgerieben. Diese Fälle bildeten jedoch die Ausnahme und im Allgemeinen blieb der Erfolg fast immer auf Seite der, im kleinen Kriege weit überlegenen, ungarischen und croatischen National- Truppen. c) Die Operationen in Ober-Ungarn mit Einschluss des Mercy’s che n Corps. In Ober-Ungarn war General Schulz den Schaaren Thököly’s gegenüber gestanden und hatte diesen den beabsichtigten Einbruch nach Mähren und Schlesien verlegt. Diese Aufgabe war keineswegs eine leichte, da Schulz seine wenig zahlreichen und durch lange Kriegsstrapazen herabgekommenen Streitkräfte in einem an Ressourcen armen Lande auf einen weiten Raum vertheilen musste, während sein Gegner von den Tataren Verstärkungen erhalten hatte, übrigens für sich allein damals noch weit mächtiger war, als die gewöhnliche Annahme behauptet. — Als der Seraskier fast alle in Ungarn befind­lichen türkischen Streitkräfte nach der Donau gezogen hatte, berichtete Schulz aus Nagy-Sáros, dass er gegen Eperies aufbrechen werde 2). Der General hielt diesen wichtigen Platz anfänglich nur blokirt und *) *) Relation Herberstein’s. -— Staats-Archiv. a) Bericht ddo. Sáros, 19. Juli 1685. — Registratur des Reichs-Kriegsministeriums.

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