Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)

Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685

Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685. 245 marsch ganz unbehelligt fortsetzen konnte, hatte angeblich nur 8 Todte, 20 Verwundete und 12 Pferde verloren. Nachdem Erdödy aus Karlstadt eine Unterstützung von 2300 Mann erhalten hatte, entschloss er sich zu einem abermaligen Streifzuge, welcher diesmal dem Schlosse Krupa an der oberen Una gelten sollte. Da aber der in Folge von eingetretenen Regengüssen hoch ange- sehwollene Fluss einen Übergang verhinderte, wandte sich Erdödy gegen Stjena (Belastjena), vor welchem er eine feindliche Truppen- Abtheilung schlug und sodann den Ort niederbrannte. Ein Angriff auf das gleichnamige Castell, welchen Graf Mathias Strassoldo, Erdödy’s Unterbefehlshaber, begonnen hatte, wurde wegen des An­marsches zahlreicher türkischer Garnisonen aus den benachbarten Plätzen wieder eingestellt. Gegen diese feindlichen Abtheilungen bestand der Banus ein mehrstündiges, hartnäckiges Gefecht, das mit dem Rückzuge der Türken endete. Der Sieger erschien hierauf vor Cazin, welches er nach erfolgter Plünderung und Wegtreibung der Viehherden den Flammen übergab. Ein gleiches Schicksal ereilte am folgenden Tage Mutnik, Ostrozac und viele kleinere Ortschaften. Im Besitze reicher Beute, trat Erdödy nach zwölftftgiger Streifung den Rückmarsch nach Karlstadt an. Folgenreicher als diese beiden Expeditionen Erdödy’s war die zweite Streifung des Generals Herberstein nach der „Provinz“ Lika, da durch diese — wie Herberstein selbst berichtet — „nachdeme Corbavia vor ein khleiner Zeith Eben so vili Empfangen hat“, das Grenzland derart gebrandschatzt wurde, „dass fasst nicht glaublich, wie die noch übrige Türkhen darin dissen Winter hindurch bestehen können, absonderlich weilen durch khleine Partheyen die granizer Ihnen alleweil auf dem Halss ligen, und Sye von dissen Nye khein ruehe noch Sicherheit zu gewarthen haben“ 4). — Der Commandant von Karlstadt verbrannte zunächst (14. September) das starke Schloss Grebenar, wobei sich die Oberste Orsié und Purgstall, dann Haupt­mann Gusic durch besondere Kühnheit auszeichneten und ein Theil der feindlichen Besatzung „mit Sackh und backh zu aschen verzöhret worden wTar“ * 2). Nachdem die umliegende Gegend verheert und die darin befindlichen Gehöfte „durch das Feyr in rauch denen wolckhen zuge- schickhet worden“3), trat das Detachement den Weitermarsch an und gelangte um 10 Uhr Nachts an den Fluss Lika, an welchem es ein Lager bezog. Am folgenden Tage (15.) erschien Herberstein vor Budák, dem damaligen Hauptorte der „Provinz“ Lika, dessen Besatzung alle Vor­kehrungen zu einem verzweifelten Widerstande getroffen hatte. Die ') Bericht Herberstein’s an den Kaiser, ddo, 22. September 1685. — Staats-Archiv. 2) Relation Herberstein’s, ddo. Karlstadt am 22. September 1685.— Staats-Archiv. 3) Relation 1 lerberstein’s. •— Staats-Archiv. Mittheilungen des k. k. Kriegs-Archivs. 1885. 17

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