Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)

Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685

210 Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685. An Auxiliar-Truppen sollten sich noch vor Beginn der Opera­tionen mit der kaiserlichen Armee vereinigen: Bayern unter dem FZM. Grafen Sereni . . . . 7.000 Mann Cölnische Truppen unter dem General von Sch war z . 6.000 „ Schwäbische Kreistruppen unter dem Markgrafen von Baden-Dur lach ............................................... 4.000 r Fr änkische Kreistruppen unter dem General Frei­herrn von Thüngen.................................................... 4.000 „ Braunschweig-Lüneburger unter dem Prinzen von Hannover......................................................................10.000 „ He ssen unter dem Grafen von Hanau................... 1.500 „ Zusammen . . . 32.500 Mann. Operationen. a) Der Hauptarmee1). Gegen den Schluss des Monates Mai waren allen kaiserlichen Truppen die Befehle zur Concentrirung zugestellt worden. Ein Theil von den in Ungarn stationirenden Begimentern konnte die Märsche nach den „Rendez-vous“ nur unter Schwierigkeiten bewerkstelligen. Die Nähe der Insurgenten machte Vorsicht zur Pflicht und die Wege waren durch andauernde Regengüsse grundlos geworden, weshalb die Marschleistungen nur geringe sein konnten. Als der Oberst Veterani bei Palocza durch die Schaaren Thököly’s eine Schlappe erlitten und eine Anzahl Recruten und Remonten eingebüsst hatte, musste General Caraffa beauftragt werden, zur Sicherung der Truppenbewegungen die Pässe bei Késmárk zu besetzen. Anfang Juni wurde der Feld­marschall Caprara von AVien nach Párkány gesendet, um die Armee an der Gran zu sammeln. Da man in AVien erfahren hatte, dass sich die Pascha von Erlau, Grosswardein und Temesvár mit den Insurgenten und (angeblich 40.000) Tataren vereinigen wollten, um Neuhäusel in ausgiebiger Weise zu proviantiren, erhielt General Schulz den Befehl, die Vorgänge in Ober-Ungarn und an der Theiss mit der grössten Aufmerksamkeit zu verfolgen. Auch mit Leslie wurden die letzten Vereinbarungen wegen der Operationen getroffen und diesem aufgetragen, die Drau, wie im Vorjahre, zu überbrücken. Der Herzog von Lothringen verhess Wien am 11. Juni und traf am folgenden Tage in Raab ein, aus welcher Festung er alles ent­behrliche Geschütz nach Komorn abzuführen befahl. Er recognoscirte *) *) Nach Journaux des campagnes etc., Rt’cit des campagnes de Charles de Lorraine, und den eigenhändigen Aufzeichnungen des Herzogs Karl V. Sämmtlich im k. k. Haus-, Hof- und Staats-Archiv.

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