Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Major Wiener des Generstabs-Corps: Das Corps des FML. Friedrich Freiherrn von Hotze in Feldzuge 1799

Das Corps des FML. Friedrich Freiherr von Hotze im Feldzuge 1799. 95 Am 14. August beginnt unter Demonstrationen an der Limmat die grosse Offensive Massena’s aus dem Räume zwischen der Sild und Rhone. Zu beiden Seiten des Vierwaldstädter See’s dringen die Fran­zosen siegreich vor. Die Österreicher müssen bis Chur und an die Linth zurückweichen. Durch die Ankunft von 20.000 Russen unter General-Lieutenant Korsakow verstärkt, fasst der Erzherzog den Plan, über die Aar zu gehen und auf Massena’s Verbindungen zu operiren. Mangelhafte Vorkehrungen zum Brückenschläge vereiteln jedoch das ganze Unternehmen. Zur Erleichterung des Anmarsches der Russen aus Rahen soll nun mit dem eigenen linken Flügel von der Linth aus die verloren gegangene Position an der Reuss wieder gewonnen werden. Mit ungenügender Kraft unternommen, kommt die Vorrückung schon an der Aar in’s Stocken, um bald mit dem Rückzuge hinter die Linie Utznach-Wesen-Wallenstadt etc. zu enden. Widerstreit zwischen dem eigenen Thatendrange und dem Willen des Hofes, dann ein hoher Grad von Unfügsamkeit seitens des General- Lieutenant Korsakow, mit dem ein Einvernehmen nicht zu erreichen war, verleideten dem Erzherzog das weitere Verbleiben in der Schweiz. Unter Zurücklassung von 22.000 Mann an der Linth etc. trat er am 1. September über Tuttlingen den Marsch nach Deutschland an. Ende August betraten die Franzosen bei Mannheim, Oppenheim und Castel das rechte Rheinufer. Mit der Absicht, das von verschiedenen reichsfürstlichen Truppen besetzte Philippsburg zu belagern, schoben sie ihre Vortruppen Rhein- und Neckar-aufwärts, die schwachen Detache­ments der beobachtenden österreichischen Cavallerie zurückdrängend. Im Gefühle seiner Überlegenheit, rückte Erzherzog Carl mit 30 Bataillonen und 76 Escadronen ohne Aufenthalt heran. Die Franzosen wichen einem Zusammenstosse aus, Philippsburg wurde entsetzt. Am 18. September wurde die Festung Mannheim von den Österreichern im Sturme genommen. So glänzend der Erfolg der Operationen des Erzherzogs auch war, den erwarteten Einfluss auf die Vorgänge in Holland, wo eine englisch-russische Armee gelandet war, vermochte er nicht auszuüben. Holland musste nach kurzer Zeit von den Verbündeten wieder geräumt werden. Die Ereignisse auf dem kurz vorher verlassenen Kriegsschau­plätze in der Schweiz lenkten bald des Erzherzogs ganze Aufmerk­samkeit wieder auf sich.

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