Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Major Wiener des Generstabs-Corps: Das Corps des FML. Friedrich Freiherrn von Hotze in Feldzuge 1799

in der Eigenschaft als Hauptmann des General - Quartiermeister­stabes, an den kriegerischen Vorfallenheiten persönlich theilgenommen er zum Oberstlieutenant und Comiuandanten des neu errichteten galizischen Uhlanen- Corps ernannt, mit dessen Aufstellung die Lanze in Österreich wieder zur Geltung kam. Gelegentlich der schon im Jahre 1786 erfolgenden Trennung des Uhlanen-Corps, beziehungsweise dessen divisionsweiser Eintheilung in die Chevauxlegers-Regimenter, folgte in Anerkennung seiner Leistungen die Ernennung zum Obersten und Commandanteu des Cürassier-Regimentcs Holienzollern. Bei diesem Regimente machte der damalige Erzherzog (später Kaiser) Franz den praktischen Dienst der Cavallerie unter Hotzo’s persönlicher Anleitung durch. 1791 rückte Hotze mit seinem Regimente in den Breisgau; im nächsten Jahre stand dasselbe auf Cordon am Rhein. • Bei Ausbruch des Feldzuges 1793 wurde Hotze zum General-Major befördert, und beim oberrheinischen Corps d’armde des G. d. C. Graf Wurmser eingetheilt. Für seine Leistungen beim Angriffe auf die Weissenburger Linien erhielt er das Ritter­kreuz des Maria Theresien-Ordens. Erkämpfte bei Zabern, Reichshofen, Froschweiler und auf dem Liebfrauenberge, und deckte den Rückzug des gegen Ende des Jahres den Rhein bei Philippsburg und Mannheim übersetzenden Corps. Während der kriegerischen Ereignisse des Jahres 1794 finden wir Hotze bei dem gemeinschaftlich mit einer preussischen Armee unter Feldmarschall von Möllendorf operirenden Corps des FZM. Fürst Hohenlohe-Kirchberg eingetheilt. Ende dieses Jahres commandirte er einen gegen die Schweiz wegen Missbrauch der Neutralität zu Gunsten der Franzosen errichteten Sperr-Cordon. Anfangs 1795 fungirte Hotze als Commandant einer Brigade der Oberrhein-Armee unter Graf Wurmser, später commandirte er die linke Flügel-Colonne bei dem in der Nacht auf den 18. October geplanten Überfalle der Festung Mannheim; gegen Ende des Jahres machte er die Operationen des A rniee- Corps des FML. Graf Latour nach der Queich-Linie mit. Im Jahre 1796 wurde Hotze zum Feldmarschall-Lieutenaut befördert; nahm an der Operation der Armee des Erzherzogs Carl gegen die obere Lahn Theil, kämpfte mit seiner Division in der Schlacht bei Malseh und deckte den Rückmarsch des Erzherzogs über Ludwigsburg, Esslingen und nach der Schlacht bei Neresheim, jenen gegen Donauwörth. Auch die Bewegungen der Armee des Erzherzogs gegen Jourdau machte Hotze mit, und commandirte später ein nach dem Elsass entsendetes fliegendes Corps. Vorübergehend im Jahre 1796 mit dem Commando eines bei Ulm aufgestellten Reserve - Corps betraut, wurde ihm das Obercommando über die Corps des FML. Graf Kolowrat im Salz­burgischen und des FML. Kerpen in Tirol übertragen, um auf die Verbindungen der unter Bonaparte aus Italien gegen Wien anrückenden Franzosen zu wirken. Die Unterzeichnung der Friedens-Präliminarien zu Leoben that der Operation Einhalt. Hotze wurde für seine Leistungen in den vorbezeichneten Stellungen zum Commandeur des Maria Theresien-Ordens ernannt. Das Commando über eine nach Kärnten gezogene Reserve-Armee wurde ihm übertragen. Der Frieden zu Campo Formio machte dem Kriege vorläufig ein Ende. Hotze war immerwährend mit seinen Freunden in der Schweiz in Verbindung geblieben. Als die Franzosen im Januar 1798 in das Waadtland einrückten, bot Hotze der Regierung des Canton Zürich seine Dienste zur Vertheidigung der Schweiz an. Das Anerbieten wurde acceptirt. Nach erhaltener Entlassung aus dem kaiserlichen Dienste betrat Hotze Anfangs März den heimatlichen Boden. Bald überzeugte er sich jedoch von der Zerfahrenheit der Verhältnisse in der Schweiz und der Aussichts­losigkeit eines Widerstandes, und reiste nach Augsburg. Vorübergehend für das Commando der königl. neapolitanischen Armee bestimmt, behielt sich So. Majestät der Kaiser vor, Hotze wieder anzustellen, sobald der Krieg beschlossen sei. Das Commando über die gegen die Schweiz zu agiren bestimmten Truppen war ihm zugedacht. Vor­läufig wurde er angewiesen, sich auf die Grenze zu begeben, um zu den einleitenden Verfügungen behufs der militärischen Besetzung Graubündens mitzuwirken. Die Resultate dieser, sowie seiner ferneren militärischen Wirksamkeit in österreichischen Diensten bis zu seinem Tode, sind der hier gebotenen Schilderung der kriegerischen Ereignisse des Jahres 1799 zu entnehmen *). *) „Johann Konrad Hotz, später Fi'iedrich Freiherr von Hotze, k. k. Feldmarschall-Lieutenant, von dem Verfasser der kriegerischen Ereignisse in Italien. Zürich 1853.“

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