Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)
Major Wiener des Generstabs-Corps: Das Corps des FML. Friedrich Freiherrn von Hotze in Feldzuge 1799
hat *). Neben Wahrheit ist es auch der unmittelbare Eindruck der Thatsachen auf einen Mann von Temperament, Geist und Urtheil welcher aus den Aufzeichnungen spricht und ihren Werth erhöht. Indem diese aber vornehmlich die Thätigkeit des FML. Friedrich Freiherr von Hotze umfassen, wecken und fördern sie gleichzeitig das Andenken an einen heldenmüthigen, edlen Menschen, der seine Heimat, die Schweiz verhess, um seine in damaliger Zeit doppelt schätzbare Kraft voll und ganz für die Ehre und den Ruhm Österreichs einzusetzen. In der treuesten Erfüllung der übernommenen Pflichten des kaiserlichen Dienstes, war er so glücklich, gleichzeitig den höchsten Interessen der Schweiz zu dienen. Im Kampfe um die Befreiung derselben von fremdländischem Joche, fand er den Heldentod auf Schweizer Boden. Dort, wo der Rhein die westliche Grenze Österreichs bildet und die Berge der Schweiz herüber grüssen, auf dem oberen Friedhofe zu Bregenz, ruhen die Gebeine des von seinen Untergebenen so sehr verehrten und geliebten Führers. Dankbare Waffengenossen, im Vereine mit Bregenzer Bürgern, haben ihm ein würdiges Denkmal gesetzt. Von den Begebenheiten des Kriegsjahres 1799 bilden jene bei dem Corps des FML. Baron Hotze in Vorarlberg nur einen Bruch- theil. Zur Orientirung und zur Erkenntniss des Zusammenhanges mit den allgemeinen Ereignissen auf den Kriegsschauplätzen in Deutschland, Italien und in der Schweiz wird nachstehend eine Skizze der letzteren vorausgesendet. I. Die politische und militärische Lage vor Ausbruch der Feindseligkeiten. Übersicht der Ereignisse des Jahres 1799 auf den Kriegsschauplätzen in Deutschland, in Italien und in der Schweiz. Stolz und übermüthig durch die errungenen Siege und unbekümmert um die eingegangenen Tractate, fuhr Frankreich auch nach l) Johann Mayer von Heldeusfeld, geboren zu Platonitz in Böhmen am 25. Mai 1768, wurde am 30. August 1786 aus der Wiener-Neustädter Militär-Akademie als Fahnen- Cadet zu Zedtwitz-Infanterie Nr. 13 ausgemustert. Am 1. October 1792 wurde Mayer Oberlieutenant im General-Quartiermeisterstabe, 16. Juni 1795 Hauptmann. In dem vorstehend beschriebenen Feldzuge dem Hauptquartiere des FML. Hotze zugetheilt, zeichnete er sich wiederholt in hervorragender Weise aus. Mayer avancirte im Jahre 1801 zum Major, 1805 zum Oberstlieutenant im Corps; 1809 wurde er Oberst und zum Infanterie-Regimenté Nr. 7 übersetzt, im Jahre 1810 zu jenem Nr. 59 transferirt. Im Jahre 1813 zum General-Major befördert, machte er als solcher den Feldzug in Italien mit, und erscheint 1814 bei der Belagerung von Yenedig abermals unter den Ausgezeichneten erwähnt. Nach dem Kriege war er mehrere Jahre Festungs- Commandant zu Karlstadt; er trat 1832 in Pension. Mayer starb 1839 zu Wien. „Svoboda: Die Zöglinge der Wiener-Neustädter Militär-Akademie.“