Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Major Edlen von Angeli: 1812. Die Theilnahme des k. k. österreichischen Auxiliar-Corps unter Commando des G. d. C. (später Feldmarschalls) Fürsten Carl zu Schwareznberg im Feldzuge Napoleon I. gegen Russland

38 1812. Kriegsgescliichtl. Studie über die Theilnahme des k. k. österr. Atixiliar-Corps Hinter diesem Flusse könne das Corps längs der Strasse Petrikau- Breslau noch sechs Tage verweilen und sich dann in die Cantonnirungen hei Krakau begeben. Das VII. Corps war in den Waffenstillstand nicht einbezogen,, indes wendete Fürst Schwarzenberg alle ihm noch zur freien Verfügung stehenden militärischen Massregeln an, um dessen Marsch nach Kalisz thunlichst zu sichern. Um dem Corps des Generals Reynier einen Vorsprung gewinnen zu lassen, marschirten noch am 30. Januar österreichische Abtheilungen ab, um die Truppen des VII. Corps an allen von diesen besetzten Punkten abzulösen. Da die Russen bereits die Eisdecke der Weichsel bei Czerwinsk und Zakroczyn passirten und dadurch die Marschlinie der Sachsen von Warschau über Lowicz nach Kalisz flankirten, so besetzten die Brigaden Zechmeister itnd Frehlich die Orte Blonie und Sochaczew, während Fürst Schwarzenberg einen Parlamentär mit der Erklärung an die Russen sandte, dass die österreichischen Truppen diese beiden Punkte bis 7. besetzt halten müssten, um den Abmarsch der Artillerie und des Trains zu sichei-n. Hiedurch war dem General Reynier die Möglichkeit geboten, bei rechtzeitigem Abmarsche von Warschau bis 7. oder 8. Febniar Kalisz zu erreichen und damit aus der unmittelbaren Wirkungssphäre der russischen Armee zu kommen. Ausserdem unterliess es der Fürst nicht, schon seit mehreren Tagen den General Reynier aufmei’ksam zu machen, dass es hohe Zeit sei, an seine Sicherheit zu denken; allein diesei’, eingewiegt durch die optimistischen Anschauungen, welche damals von dem französischen Hauptquartier verbreitet wurden, trat erst am 3. Febi’uar den Abmarsch aus Warschau an und konnte sich daher der Katastrophe nicht mehr entziehen, die ihn am 13. bei Kalisz ereilte. Am 5. Februar räumte auch das Auxiliar-Corps Warschau und bezog am 12. Cantonnirungen hinter der Pilica. Fürst Schwarzenberg übergab am 18. das Commando des Coi’ps an FML. Frimont, um am kaiserlichen Hoflager persönlichen Bericht über die ei’eignissreiche Thätigkeit der ihm anvertrauten Truppen zu erstatten. FML. Frimont nahm in der Stellung hinter der Pilica noch den bei Kalisz vom VII. Corps abgedrängten sächsischen General Gablenz mit den Resten seiner Brigade auf und setzte am 19. den Marsch nach Krakau fort. Am 25. Februar sammelte sich das Auxiliai'-Corps bei Miechow, nördlich Krakau, und rückte von da in die Cantonnirungs-Stationen. Reflexionen. Österreich und Russland vor Beginn der Feindselig­keiten. Verlaixf und Resixltat eines Krieges werden nicht allein von den grossen strategischen Momenten oder den taktischen Erfolgen bedingt.

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