Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Hauptmann Jihn des Generalstabs-Corps: Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen

184 Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen. hinausgelangt und zog sich, in Besorgniss vor einem Kückenangriffe der letzteren, wieder dorthin zurück. Laudon’s Erscheinen hatte ferner den König bewogen, 8 Bataillone und 28 Escadronen in die Gegend von Merzdorf vorzudisponiren, von wo er in der Folge die Infanterie nebst 8 Escadronen Cavallerie in der Richtung über Klein-Pohlwitz in Bewegung setzte, um dem österreichischen Corps, welches Zieten’s linke Flanke zu bedrohen schien, damit zur Seite zu bleiben. Laudon erlangte jedoch bald einen Vorsprung und nur seine Nachhut wurde nächst Strachwitz von der preussischen Cavallerie noch eingeholt und attakirt. Das hiedurch veranlasste Gefecht endete mit der Abweisung des preussischen Angriffes und Laudon vereinigte sich gegen Mittag bei Kloster Wahlstadt mit der rassischen Cavallerie ’). Der König folgte dem Feldzeugmeister und rückte im Vereine mit den Corps Zieten und Platen auf das Plateau von Kloster Wahl­stadt vor, wo er, nachdem die russische und österreichische Cavallerie in Folge des preussischen Artillerie-Feuers über Kniegnitz zurück­gegangen war, des nunmehr bereits aufmarschirten russischen Gros ansichtig wurde. Dies bewog ihn, noch 4 Bataillone und 10 Escadronen von der Armee heranzuziehen, und am Abende des 15. August war die Situation demnach folgende: 24 Bataillone, 63 Escadronen mit 98 Geschützen standen unter des Königs persönlichem Befehle, mit der Front gegen Nordost, zwi­schen Kloster Wahlstadt und Nikolstadt, den Russen gegenüber und verschanzten sich in dieser Stellung; das Gros der preussischen Armee, 40'/s Bataillone, 48 Escadronen mit 188 Geschützen, war unter dem General der Infanterie Markgrafen Carl in seiner früheren Stellung, mit der Front gegen Süden, zwischen Dromsdorf und Peicherwitz verblieben. Auf Seite der Verbündeten stand die rassische Haupt-Armee, mit den 40 Escadronen österreichischer Cavallerie unter FML. Martigni vereinigt, in der bereits bekannten Stellung zwischen Kunzendorf und Klemmerwitz, welche gleichfalls verschanzt wurde; bei Striegau, wohin Laudon am Abend mit einem Tlieile des mitgenommenen Huszaren- Commando’s zurückgekehrt war, befanden sich, einschliesslich der auf den Pitschen-Berg und nach Jauer detachirten Cavallerie, noch 30 Batail­lone, 4 Grenadier-Compagnien und 41 Escadronen mit 96 Geschützen; bei Freiburg (und Hohenfriedeberg) das Gros der österreichischen Armee, 49 Bataillone, 4 Grenadier-Compagnien und 58 Escadronen a). Als ein neues Bindeglied zwischen den Hauptgruppen der öster­reichisch-russischen Streitkräfte schob sich an diesem Tage das Corps des FML. Beck (4 Bataillone, 2 Grenadier-Compagnien, 3 Compagnien ’) Bericht Fine’s vom 17. August. 2) Hievon vermuthlich 10 Bataillone, 4 Grenadier-Compagnien und 4 Esca­dronen bei Hohenfriedeberg.

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