Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)
Hauptmann Jihn des Generalstabs-Corps: Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen
138 Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen. 16 Bataillone, 21 Grenadier-Compagnien, 32 Escadronen im verschanzten Lager bei Dittersbach; an deren linkem Flügel, bei Löcbau (2km sö. Unter-Weckelsdorf), die nunmehr zum Gros gehörigen Abtheilungen Wolferstorff’s — 6 Bataillone, 4 Grenadier-Compagnien, 10 Escadronen; zusammen 22 Bataillone, 25 Grenadier - Compagnien und 42 Escadronen; ferner 12 Escadronen unter FML. Baron Luszensky (Lusinsky) bei Schönberg; 6 Bataillone, 6 Grenadier-Compagnien, 5 Escadronen unter FML. Freiherr von Elrichshausen hei Wüste-Giersdorf; 11 Bataillone (darunter 2 Bataillone der Besatzung von Glatz), 9 Grenadier- Compagnien, 21 Escadronen unter FML. Graf Draskovich hei Silberberg und Wartha; 4 Bataillone, 1 Grenadier-Compagnie, 8 Escadronen endlich unter GFWM. Graf Bethlen bei Dittmannsdorf (10km nö. Ziegenhals). Sein Hauptquartier hatte der Feldzeugmeister zu Hauptmannsdorf (zwischen Dittersbach und Braunau) genommen. Zwei Tage später, am 13. Mai, traf der König nächst Hohen- friedeberg ein und gebot daselbst nunmehr über eine Armee von 66 Bataillonen Infanterie, 2 Compagnien Jäger und 109 Escadronen, mit einem Stande von 55.000 Mann') und 288 Geschützen, eine Macht, die ihn bei der momentanen Stellung des Laudon’schen Corps in die günstige Lage versetzte, gegen dasselbe mit grösster Wahrscheinlichkeit auf Erfolg einen Schlag zu führen, der ihm die Aufgabe des ganzen Feldzuges wesentlich erleichtern konnte. Alles in Allem verfügte er zwar nur über eine Übermacht von 14.000 Mann, aber seine Armee war concentrirt und hätte es bei einem raschen Yorstosse höchst wahrscheinlich nur mit zwei Drittheilen des österreichischen Corps, das ist nicht ganz 30.000 Mann, zu thun gehabt2). Zwar wusste der König, dass Verstärkungen für Laudon unterwegs seien, dies hätte aber nur zu noch rascherem Handeln Veranlassung geben sollen. Statt dessen entsendete König Friedrich am 17. Mai zur Beobachtung der noch an der Weichsel stehenden Russen den General- Lieutenant Goltz mit 12.800 Mann 3) (15 Bataillonen, 26 Escadronen) und 64 Geschützen nach Glogau, woselbst das Corps über Liegnitz am 20. Mai eintraf. Dort sollte dasselbe nach der Absicht des Königs in Bereitschaft bleiben, um je nach Erforderniss der Umstände in Pommern, in der Mark Brandenburg oder in Schlesien verwendet zu werden. ') Nach Bernhardi. Tempelhof und das preussische Generalstabs-Werk rechnen den Stand der Armee des Königs mit 58.000 Mann. Diese geben auch die Stärke der Cavallerie des Königs nur mit 108 Escadronen an. 2) Bericht Laudon’s an den Hofkriegsrath und Kaunitz vom 6. Mai. Kriegs- Archiv 1761; Fase. V, 14, Acten des Laudon’schen Corps. 3) Bernhardi, 2. Band, Seite 297. Nach dem preussischen Generalstabs-Werk nur 10.000 Mann.