Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Hauptmann Gömöry von Gömör: Eine Herausforderung des Grafen Nicolaus von Zrin (Zrinyi) durch Machmet (Mehemed) Pascha von Bosnien 1554

120 Eine Herausforderung des Grafen Nicolaus von Zrin (Zrínyi) auferlegt und befohlen, doch berührte Kampfseinstellung, dermassen mit königlichen Gnaden gethan haben, da es beden Euern hoehansehentlichen Personen, mit Erzählung derselben Hoheiten, Ämtern und Diensten an den Euren gar unverlezlich und unnachtheilig sein solle, mit vernein Ihrer königl. M. ernstlichem Befel, dass durch alle Ihrer Königl. May. Hauptleut, Kriegsvolk noch Unterthanen nicht das wenigiste so dem friedlichen Anstand zuwider gehandlet, oh demselben auch durch mich als von Ihrer Königl. Mjt. fürgesetzten Obristen Feldhauptmann also gehalten und zu dem Friedbrueh die meiste Ursach zu geben nicht gestattet, sondern bemelter Frieden gänz­lich stattgehalten werden solle, wie dann Ihr Königl. Mjt. vielmehr gesinnet sein und begehren, mit Eurm Grossmächtigen Kaiser ein langwierige Stille und gute Freundschaft aufzurichten, als ich es wenigistes wieder mehr be­rührten friedlichen Anstand zu handlen, alles mehrern Inhalts angeregten höehstermelten meines grossmächtigen Königs mir gethanen ernstlichen Befel- schreibens, weliches Ich Euch hiemit als es auch Ihrer Königl. M. Meinung also ist, originaliter, mit Ihrer Kön. Mayt. eignen königl. Handunterschrei­bung und eigen fürgedruckten königlichen Insiegl verfertigt zusende sambt von wegen förderliches und bessers Verstand, einer Translation desselben in Crobatischer Sprache, aus welichen Schreiben Ihr auch mehrere höchster- melten meinen grossmächtigsten Königs Willen und Gemüth vernehmen werdet, sonderlich dass Ihr Königl. M. obgemeltem Herrn Baan, bei Ver lie rung seines Kopfs, aller Ehren und Güter1) aufgelegt und befohlen haben, zu diesem Kampf diesmals keineswegs zuziehen, noch sich denselben mit Euch anzunehmen unterstehn; Sounder diesen Ihrer Königl. M. Befel gehorsamblich gelob und nachkomme, weliches Ich Ihme dann auch (neben Sendung angeregten königlichen Befel) also zugeschrieben habe, darzu Ich nichts auch für mich und anstatt aller deren von Ihrer Königl. May. mir untergebner Hauptleuten, Kriegsvolk und Unterthanen hiemit erbiete, solichem der Königl. May. Befehl alle schuldige und unterthänigste Gehorsam zu leisten und will noch wenig wider den friedlichen Anstand durchaus nicht zu handlen in keinenweg noch Weis, und welche aber hiewider handleten, die sollen Ihrer Königl. M. gegebenen ernstlichen Befel nach an Leib und Leben gestraft werden gänzlichen Versehens aber, und des Ich Euch in Kraft meines grossmächtigen Khönigs mir gethanen Schreibens hiemit ermahne, dass Ihr solichen Frieden gleichermassen wie Ihrs dann von Eurn gross­mächtigen Kaisers in Befel habet halten, und demselben also nacbkommen werdet mit schliesslichem freundlichem Ersuchen und Begehrn in massen Ihr Königl. Mj. mirs dann gnädigist auferlegen Ihr wollet mir hierüber Euer Gemüth entdecken sammt Wiedersendung meines grossmächtigsten Königs Original Befelschreibens. Einige Tage später (17.) schrieb Ungnad dem König Ferdinand, dass er durch den Feldmarschall und königlichen Kriegsrath Georg von Siegersdorf, Secretär Veit Gaitel, Hauptmann Lucas Zäckhl, dann seinen Sohn Ludwig Ungnad den königlichen Befehl, ,.mit nichten dem Kampf zuzusehen und zu gestatten“, dem Ban bekannt geben ') Zu dessen benannten Gütern gehörten: Bossiok, Rakonnok und Werbócz, ersteres dürfte Bozsiok (Boschendorf) sein, die beiden andern sind zweifelhaft.

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