Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Hauptmann Gömöry von Gömör: Eine Herausforderung des Grafen Nicolaus von Zrin (Zrinyi) durch Machmet (Mehemed) Pascha von Bosnien 1554

durch Machmet (Mehemed) Pascha von Bosnien 1554. 121 iiess *), unter Einem aber auch, dass er das diesfällige königliche Hand­schreiben auch dem Pascha von Bosnien mit dem Bemerken zuare­o sendet habe, dass er (Pascha) nunmehr von seinem Yorsatz, Zrínyi entweder auf seiner Veste Zrin oder von Schloss zu Schloss ziehend, aufsuchen wolle, „um sehen zu lassen, wie man sich schlagen und kämpfen solle“, abstehe. Diese schriftlichen Verfügungen und Massnahmen scheinen jedoch bei beiden Theilen nicht die beabsichtigte Wirkung gehabt zu haben; denn die thatsächlichen Verhältnisse blieben zunächst unverändert. In Folge dessen sah sich Ungnad bestimmt, dem Könige Ferdinand am 20. August zu berichten, dass ungeachtet des verlautbarten königlichen Befehlschreibens, der Ban unentwegt zum bevorstehenden Kampfe mit Machmet die Vorbereitungen treffe und sich rüste, wie dies die eingelangten Nachrichten der Hauptleute Peter Erdödi von Monyorokerék aus dem Lager an der Save, und Johann Alapi’s von Nagy-Kemlek aus St. Györgyvár vom 17. bestätigen. Weiters wird in diesem Berichte erneuert der unheilbringenden Folgen Erwähnung gethan, die für Land und Volk aus diesem Zustande erwachsen, und dem Könige eine Abschrift des an den Pascha von Bosnien abge­lassenen Schreibens unterbreitet. In Folge der königlichen Rescripte, welche der Ban durch Ungnad zugemittelt erhielt, verfügte sich Ersterer nach Pettau (29. August), um Ungnad persönlich zu eröffnen, was bezüglich des Kampfes ver­einbart worden. Der Ban rechtfertigte sich unter Einem dahin, dass seine Ehre einen Rücktritt nicht gestatte und er daher, falls der Pascha zu St. Györgyvár eintreffen würde, unmöglich den Zweikampf ausschlagen könne, daher denselben annehmen müsse. Des Bans Streitkräfte betrugen um diese Zeit bereits 5000 Mann. Die Rüstungen Zrinyi’s hatten zur natürlichen Folge, dass auch Machmet die seinen emsig und in grösserem Maasse betrieb. König Ferdinand befand sich mit der Pforte in Frieden, dem Freiherrn Ungnad musste es daher sehr daran gelegen sein, dass an jenen Grenzen des Reiches, die unter seinen Befehlen standen, keine Verletzungen desselben statthaben. Dieserwegen ermahnte er ernstlich den Ban, von weiteren Rüstungen, die eben die Türken reizen könnten, abzulassen. Aus den Anzeigen, welche die beiden Feldhauptleute Paul von Rádkey (auch Rátkhi) zu Kopreinitz und Lucas Zäcklil aus St. Georgen einschickten, erfuhr man, dass nicht allein der Pascha des Sandschaks von Bosnien im Lager nächst Rahucza* 2), sondern auch jener von Pozega zu Pozegvár sich rüste, welche Thatsachen ein höchst 4) Dieses Schreiben Ungnad’s ward in’s Croatische übersetzt. 2) Nicht eruirbarer Ort.

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