Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)
Major Wiener des Generstabs-Corps: Das Corps des FML. Friedrich Freiherrn von Hotze in Feldzuge 1799
*) Kriegs-Archiv 1799; Fase. III, 153. noch rückbehaltenen Bataillone de Vins und St. Georger in die Gegend von Bludenz-Dalaas. So war durch eine von beiden Seiten erfolgte Verschiebung von Truppen gegen die Mitte der Verbindungslinie Feldkirch-Landeck der Gefahr, sie zu verlieren, vorgebeugt worden. Hotze war in einer schwierigen Stellung; Bregenz sollte um jeden Preis gehalten werden, von Feldkirch konnte und sollte er ohne zwingende Umstände nicht lassen, und schliesslich musste er fürchten, dass man ihn für eventuelle Unglücksfälle in Tirol mit verantwortlich machen würde, wenn er dahin gehörige und von Bellegarde mehrmals rückverlangte Truppen noch länger beibehalten würde. Die Brigade Jellachich war am 11. März bei Feldkirch eingetroffen und hatte jene des Obersten Caracciolo in Besetzung der verschanzten Stellung abgelöst. Wie bereits in der Übersicht dargethan, hatte die französische Donau-Armee unter Jourdan am 1. und 2. März den Rhein hei Basel und Strassburg überschritten, durchzog den Schwarzwald und war am 18. März mit dem Gros bei Pfullendorf. Die Infanterie Colonnen der Armee des Erzherzogs Carl betraten am 9. März bei Augsburg, Landsberg und Schongau das linke Lech- Ufer; die Armee war am 18. März in Lagern vorwärts Biberach. Zur Deckung der Communication mit Bregenz und Beobachtung der längs dem nördlichen Ufer des Bodensees vorgehenden französischen Division Ferino war General Piaczek mit zwei Bataillonen und zehn Escadronen längs der Schüssen aufgestellt. Auf die Nachricht vom Vordringen der Division Ferino bis Buchhorn (Friedrichshafen), wurde dem FML. Hotze vom Erzherzoge anempfohlen, „in Zeiten für die Stellung von Bregenz und die Verteidigung der Leiblach alle mögliche Sorgfalt zu verwenden, wenngleich darüber auch die Position von Feldkirch nur mit leichten Posten besetzt bleiben müsste1)“. Durch ein Vordringen des Gegners an die Leiblach wäre die Stellung an der Bregenzer Aach im Rücken bedroht worden. Demgemäss fand eine grosse Verschiebung der Truppen des Vorarlberger Corps statt. General Jellachich blieb mit drei Bataillonen und zwei Escadronen in der Stellung von Feldkirch zurück, während Hotze mit zwölf Bataillonen und neun Escadronen gegen Lindau abbrückte und am 20. März ein Lager zwischen Lochau und Leitenhofen bezog. Zur Verbindung mit Feldkirch wurde das Bataillon Strozzy und eine Escadron Modena-Dragoner bei Dornbirn aufgestellt; im Einvernehmen mit dem Commandanten der Tiroler Armee aber dem General Jellachich bewilligt, im Bedarfsfälle eines der in der *)