Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)
Major Wiener des Generstabs-Corps: Das Corps des FML. Friedrich Freiherrn von Hotze in Feldzuge 1799
seinen linken Flügel bei Ems auf sieben Compagnien *). Der Feind benützte die Nacht zu Vorbereitungen für erneuerte Angriffe. FML. Hotze, welcher erst am Abend des 6. März über die Ereignisse in Graubünden durch einen vom General Auffenberg um ‘/tl Uhr Nachmittags von der oberen Zollbrücke entsendeten Officier im Allgemeinen Kenntniss erhielt und die Besetzung des Ortes Balzers durch die Franzosen erfuhr, beschloss den Feind am kommenden Morgen anzugreifen und alle verfügbaren Kräfte aufzubieten, um die unterbrochene Verbindung mit Graubünden wieder herzustellen — vorausgesetzt, dass auf dem rechten Flügel auch am 7. März Alles ruhig verbliebe * 2). Dem Feldmarschall-Lieutenant war der Verlust des Luziensteiges noch nicht bekannt. Nach der Disposition hatte der Angriff am 7. März mit Tagesanbruch in nachstehender Weise von Feldkirch her zu erfolgen: „ein halbes Bataillon von Strozzy leichte Infanterie greift Mauern an, das andere halbe Bataillon Egelsee und Hub; eine Division Stain-Infanterie und zwei Compagnien Landesschützen greifen den Feind über die höchsten Höhen des Schellenberges gegen Benderen an; und endlich 100 Mann von Modena-Dragoner marschiren über Nofels, Rugell dem Feinde ganz in den Rücken“ 3). Auf der Chaussée gegen Nendeln hatten zwei Divisionen Stain-Infanterie und eine Escadron Modena-Dragoner als Reserve zu stehen. Für den Fall des Gelingens der Angriffe auf Eschen und Benderen sollte die Reserve über Schan und Balzers gegen den Luziensteig vorrücken, um die Brigade des Generals Auffenberg zu unterstützen, beziehungsweise die Verbindung mit Graubünden herzustellen. Die zum Angriffe vorgehenden Colonnen trafen auf den gegen Feldkirch im Vorrücken begriffenen Gegner. Nach Aussage gefangener französischer Officiere soll an diesem Morgen eine Recognoscirung gegen diesen Ort beabsichtigt gewesen sein. Die schwachen österreichischen Colonnen wurden zurückgedrängt. Während die Franzosen mit ihrem linken Flügel über die Höhen des Schellenberges sich der verschanzten Stellung von Feldkirch näherten, drangen sie gleichzeitig von Mauern gegen die Chaussée und von Schan über Nendeln auf der Strasse selbst vor. Dem persönlichen Eingreifen Hotze’s gelang es, auf seinem linken Flügel den Gegner abzuwehren und den Punkt Nendeln zu behaupten. Ein heftiges Schneegestöber machte hier dem Kampfe vorläufig ein Ende. Nach Ertheilung des Befehles zur Aufstellung der Vorposten begab sich der Feldmarschall') Kriegs-Archiv 1799; Fase. XIII, 9. Relation des FML. Baron Auffenberg vom Jahre 1803. 2) Kriegs-Archiv 1799; Fase. III, 54. Bericht an Erzherzog Carl. 3) Kriegs-Archiv 1799; Fase. III, 55. Relation Hotze’s.