Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)

Originalbriefe König Friedrich's II. im Kriegs-Archive zu Wien (1759 bis 1760)

Originalbriefe König Friedrich’s II. im Kriegs-Archive zu Wien. 65 sollten, während eine zweite österreichische Armee unter FZM. Baron Laudon, hei 50.000 Mann, im Vereine mit der mindestens 60.000 Mann an regulären Truppen zählenden russischen Operations-Armee Schlesien erobern sollte. Auf das schwedische Corps, welches höchstens 11.000 Mann stark war, hatte man im Rahmen der grossen Operationen keine Rück­sicht genommen; es sollte selbständig vorgehen. Diesen Kräften gegenüber sah sich König Friedrich auf die Defen­sive beschränkt. Seine Hauptkraft musste er dem gefährlichsten Gegner, der österreichischen Hauptarmee unter Feldmarschall Daun, in Sachsen entgegenstellten, eine zweite Armee unter seines Bruders, des Prinzen Heinrich, Führung war bestimmt, vor Allem Laudon und die Russen in der Trennung zu erhalten. Hienach blieben nur untergeordnete Kräfte zur Verwendung gegen die Schweden, sowie zur unmittelbaren Deckung Schlesiens übrig. Letztere Aufgabe war einem Corps von etwa 14.000 Mann unter dem General Baron Foucpié übertragen, welches sich im Momente des Beginnes der grossen Operationen in der Gegend von Landshut- Freiburg concentrirt hatte. Laudon’s Armee stand am 29. Mai, mit dem Gros bei Kostelec, zum Beginne des Vormarsches bereit, seine Flanken-Corps unter den Feldmarschall-Lieutenants Wolfersdorff und Draskovich bei Trau- tenau, beziehungsweise Hotzenplotz. Zur Erreichung des vorgestreckten Zieles war es Laudon zunächst um die Schaffung einer entsprechenden Basis für seine Operationen zu thun. Die wichtigsten Wege in die Ebene Schle­siens mussten geöffnet und gesichert werden, und dazu war in erster Linie die Besitznahme der Festung * Glatz nothwendig. Bei einer Unternehmung gegen diese Festung lag jedoch die Mög­lichkeit nahe, die Belagerung gegen die vereinigten Kräfte Fouqué’s und des Prinzen Heinrich decken zu müssen, und dies veranlasste Laudon zunächst, zur Sicherung seiner Verbindung den Besitz von Landshut anzustreben. Zu diesem Zwecke rückte der Feldzeugmeister in der Nacht zum 30. Mai über die Grenze, durchzog die Grafschaft Glatz und stand am 31. Mai bei Falkenstein. Die Gebirgs-Defiléen von Wartha, Silberberg und Neudeck (7km östlich Glatz) waren besetzt und sofort auch deren Befestigung in Angriff genommen worden. Um den Gegner von Landshut zu entfernen, wurden am 3. Juni Demonstrationen in der Richtung auf Reichenbach und Nimptsch unternommen, welche Fouqué für Breslau besorgt machten, ihn dazu bewogen, am 5. Landshut zu räumen, und sich mit seinem Corps Breslau zu nähern. Landshut wurde nun sofort durch das linke Flanken-Corps Laudon’s besetzt, und der Feldzeugmeister wandte sich gegen Glatz, das er am 7. Juni einschloss. Mittheilungen des k. k. Kriegs-Archivs. 1882. 0

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