Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)

Friedrich Jihn, Hauptmann im k. k. Generalstabs-Corps: Der Feldzug 1760 in Sachsen und Schlesien mit besonderer Berücksichtigung der Schlacht bei Torgau

mit besonderer Berücksichtigung der Schlacht bei Torgau. 37 auf den Höhen östlich Adelsbach, Lacy bei Langwaltersdorf (6'8km ssw. Waldenburg), Brentano endlich bei Tannhausen (2\3km ssö. Char­lottenbrunn). Der König hatte seinen Zweck abermals nicht erreicht. Am 19. September rückte Laudon nach Waldenburg vor; beide Armeen verschanzten ihre Stellungen und blieben so bis zum 7. October unthätig stehen, an welch’ letzterem Tage sich die Situation wieder durch einen äusseren Anstoss veränderte. In dieser Zeit reifte nämlich das Project zu einer Unternehmung gegen Berlin. Der Vorschlag dazu war von G-eneral-Lieutenant Czernitschew und Stoffel, dem General-Quartiermeister der russischen Armee, aus­gegangen und von Feldmarschall Daun sofort gebilligt worden; nur wollte Letzterer anfänglich die Mitwirkung eines österreichischen Corps nicht zugestehen, einerseits weil er die rassische Armee allein für stark genug hielt, andererseits um sich dem Könige gegenüber nicht zu schwächen. Endlich ward aber doch in die Absendung eines Corps gewilligt, um den Russen jeden Vorwand aus dem Wege zu räumen, den sie zum Anlasse nehmen konnten, in ihrer bisherigen Unthätigkeit zu verharren. Am 28. September setzte sich demgemäss Lacy mit 17 Bataillonen, 17 Grenadier-Compagnien, 1 Compagnie Jäger und 50 Escadronen, in Summe 19.500 Mann mit 62 Geschützen, gegen Berlin in Bewegung. Während der abgelaufenen Periode war an der Ergänzung der Armee aufs Eifrigste gearbeitet worden, so dass der Feldmarschall nach dem Abmarsche Lacy’s ohne die Detachements der Generale Losy und Bethlen (4500 Mann) noch über 81.200 Mann verfügte. Die bei Liegnitz verlorenen Geschütze hatte man schon Anfangs September ersetzt. Wir wenden uns jetzt den Ereignissen zu, welche die von der Reichsarmee und den Russen, im Vereine mit dem österreichischen Corps unter FZM. Lacy, mittlerweile aufgenommenen Offensiv-Opera- tionen herbeiführten. XII. Die Operationen der Reichsarmee gegen das Corps Hülsen in Sachsen. Nach dem Abmarsche der österreichischen Hauptarmee war die Reichsarmee bei Dresden zurückgeblieben. Sie zählte daselbst 39 Bataillone, 34 Grenadier - Compagnien, 52 Escadronen mit einem Stande von 27.500 Mann und etwa 160 Geschützen. Das Detachement unter GFW. Luszensky, 7 Bataillone (darunter ein neu zugewachsenes), 7 Grenadier-Compagnien, 9 Escadronen, circa 5500 Mann mit 14 Ge­schützen, stand bei Schmalkalden, wohin es am 26. Juli von Römhild

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