Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)

Friedrich Jihn, Hauptmann im k. k. Generalstabs-Corps: Der Feldzug 1760 in Sachsen und Schlesien mit besonderer Berücksichtigung der Schlacht bei Torgau

mit besonderer Berücksichtigung del* Schlacht bei Torgau. 35 es dort heisst, es sei der Kaiserin ernstlicher Wille, dass ohne Zeit­verlust offensiv vorgegangen und etwas Entscheidendes unternommen werde '). XI. Die Operationen der österreichischen und preus­sischen Armee in der Gegend von Schweidnitz. In Wien verschloss man sich indess nicht der Erkenntniss, dass es schwer fallen würde, den Feldmarschall jetzt zum Angriffe zu ver­mögen. Um dennoch eine Schlacht herbeizuführen, musste der Gegner zum Angriffe gezwungen werden, und als Mittel dazu sollte die Be­lagerung von Schweidnitz dienen, welche zu unternehmen Daun auch den Befehl erhielt. Die Vorbereitungen hiezu wurden aber bald von den Ereignissen überholt. Der König hatte nach dem Treffen bei Liegnitz zunächst seine Armee hei Breslau, wo er am 19. August eintraf, retablirt, und hierauf noch 20 Bataillone, 40 Escadronen der Armee des Prinzen Heinrich, welche den Russen bis Strentz (1% Meilen [13‘3knl] s. Herrnstadt) gefolgt war, an sich gezogen. Die letzteren glaubte der König im Abzüge nach Polen und liess ihnen daher nur 16 Bataillone, 34 Esca­dronen unter General-Lieutenant Goltz gegenüber. Mit den jetzt verfügbaren Kräften, 59 Bataillone, 114 Escadronen, etwa 50.000 Mann mit 248 Geschützen, umging der König im Laufe des 30. und 31. August den rechten Flügel der Österreicher, welcher bis auf den Zobten-Berg ausgedehnt worden war, und veranlasste da­durch den Feldmarschall, sich an den Gebirgsrand südwestlich Schweidnitz zurückzuziehen. Am Abend des 31. August stand der König bei Költschen (l‘/t Meilen (lL4km) osö. Schweidnitz), die österreichische Armee in der Linie Freiburg, Kunzendorf (*/2 Meile [3'8km] ö. Freiburg), O.-Bögendorf ('/, Meile [3'8km] sö. Kunzendorf), Burkersdorf (3/t Meilen [5.7km] gö_ O.-Bögendorf, nächst Ohmsdorf). Am folgenden Tage näherte sich der König noch mehr der Festung Schweidnitz und liess am 3. September G. d. C. von Zietcn mit 19 Bataillonen, 35 Escadronen nach Striogen rücken, während das Gros der preussischen Armee ein Lager bei Jauernick (6km nw. Schweidnitz) bezog. Zu dieser Zeit soll der König von der Absicht seiner Gegner Nachricht erhalten haben, in der Mark Brandenburg einzubrechen, und, um dahin leichter Hilfe bringen zu können, beschlossen haben, Daun nach Böhmen zurückzudrängen. Zu diesem Zwecke setzte er sich am 11. September über Kaudcr und Baumgarten in Marsch, um der österreichischen Armee die linke *) Arneth, Maria Theresia, II. B., S. 147.

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