Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)
Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs-Archive: Wagram, Novelle zur Geschichte des Krieges von 1809
Novelle zur Geschichte des Krieges von 1809. 49 Das Cavallerie-Reserve-Corps, G. d. C. Fürst Johann Liechtenstein, biwakirte knapp vor den Orten Aderklaa, Süssenbrunn, Breiten- iee, Raasdorf, Pysdorf, Grosshofen und Glinzendorf, als unmittelbare Unterstützung der Vortruppen. Hinter dieser doppelten Sicherungslinie und in der Front durch den Russbaeh gedeckt, stand das IV. Corps, FML. Fürst Rosenberg- Orsini, als äusserster linker Flügel bei Markgraf-Neusiedl; das 11. und I. Corps, FML. Prinz Hohenzollern-Hechingen und G. d. C. Graf Bellegarde, zwischen Parbasdorf (Baumersdorf) und Wagram im Centrum. Das V. Corps, FML. Fürst Reuss, blieb mit seinem Gros am Bisamberge; seine Vortruppen reichten im Anschlüsse an jene des VI. Corps längs der Donau von Spitz bis Krems, wo FML. Schustek mit 5000 Mann stand. Das Grenadier-Corps -— FML. Baron Prochaska und d’Aspre — lagerte rückwärts der Aufstellung beim Helma-Hofe am Russbacke. Von den übrigen Streitkräften des Kaisers war Erzherzog Johann mit kaum 10.000 Mann der innerösterreichischen Armee (VIII. und IX. Armee-Corps) auf dem Marsche von Steiermark nach Ungarn, um sich mit der, in der Organisation befindenden Insurrection zu vereinigen; FML. Marquis Cliasteler hatte nur geringe Kräfte in Tirol zurückgelassen und marschirte mit dem Reste von 5000 Mann gleichfalls nach Ungarn zum Gros der Armee, während der Banus FML. Graf Gyulai mit 8000 Mann über Kärnten nach Croatien zog, um den von Dalmatien in der Richtung nach Laibach marschi- renden Marschall Marmont zu beobachten. In Böhmen demonstrirte FML. Kienmayer mit dem ungefähr 12.000 Mann starken neuformirten XI. Armee-Corps gegen Bayreuth und Dresden. Das VII. Armee-Corps, 30—35.000 Mann unter dem Erzherzog Ferdinand, operirte selbständig in Polen an der Weichsel. FML. Sommariva stand zur Sicherung der obereu Donau mit 7000 Mann in Oberösterreich bei Freistadt und Grein. Die Aufstellung der Hauptarmee im Marchfelde schien allen Anforderungen sowohl hinsichtlich der Conservation der Truppen, als auch bezüglich der Beobachtung des Gegners zu entsprechen. Allerdings erlaubten die längs der Vorpostenlinie sich hinziehenden, dicht mit Bäumen bestandenen Auen nur einen beschränkten Ausblick auf die Lobau und das rechte Donau-Ufer, aber von dem Observatorium beim Magdalenen - Hofe auf dem Bisamberge und jenem auf dem Gross-Enzersdorfer Kirchthurme, konnte das vom Feinde besetzte Terrain in weitem Umkreise beobachtet werden. Ausserdem standen die Vortruppen in geheimer Verbindung mit vertrauten Personen in Nussdorf und Kaiser-Ebersdorf, welche durch verabredete unauffällige Signale über die Thätigkeit des Gegners Mittlieilungen machten. Mittheilungen des k. k. Kriegs-Archivs. 1881. 4