Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Moriz v. Angeli, Major im k. k. Kriegs-Archive: Wagram, Novelle zur Geschichte des Krieges von 1809

48 Wagram. „Am 4. Abends wird mit dem Brückenschlag der beiden Brücken der Anfang gemacht. Sollten die Pontoniers nicht hinreichen, so wird zuerst die Pontonbrücke, dann die andere geschlagen; bis 6. Abends müssen beide Brücken fertig sein. „Die Brigaden Bianchi und Hofmeister besetzen in der Nacht vom 3. auf den 4. Engerau, die Redouten daselbst und das tote de pont. „Die Cavallerie und eine Positions-Batterie haben am 3. Nach­mittags zu Pressburg einzutreffen und den Brückenschlag zu protegiren.“ Wie die folgenden Ereignisse erweisen, waren die Ansichten, welche der Generalstabs-Chef in diesem Memoire niederlegte, unter den damaligen Verhältnissen ausschlaggebend und drängten sogar die weit activeren Pläne des Generalissimus zurück. Die fernere Thätigkeit der Hauptarmee schloss sich genau an die Anträge des GM. Grafen Wimpffen, der Gedanke an eine weitere Offensive wurde aufgegeben, dagegen wurden alle Vorkehrungen getroffen, welche die nunmehr beschlossene zuwartende Haltung bedingte. Stellung der Armee auf dem Marchfelde. Während der Tage der mörderischen Schlacht bei Asparn waren, wie die Disposition für den 23. Mai besagt, „die Truppen der verschiedenen Armee-Corps so vermengt worden, dass es nothwendig erschien, sie vorerst wieder in jene Ordnung und Eintheilung zu bringen, wie solche bei der Vorrückung am 21. Mai bestanden hatte“. Sobald die taktische Ordnung wieder hergestellt war, nahm der Erz­herzog Generalissimus die Armee in eine weiter rückwärts gelegene Stellung zurück, in welcher die Truppen die nothwendige Kräftigung für die kommenden Ereignisse finden konnten, die aber anderseits auch gestattete, jedem Ubergangsversuche des Gegners mit Nach­druck entgegenzutreten. Am 25. Mai nahm daher die Armee folgenden Raum ein '). Das VI. Armee-Corps EML. Hiller (später FML. Baron Klenau) und die Avantgarde des linken Flügels unter FML. Nordmann bildeten die Vortruppen entlang der Donau, und zwar besetzte ersteres Asparn und Esslingen, welche beiden Orte befestigt und durch eine Courtine verbunden wurden; letzterer schloss an den linken Flügel des VI. Armee-Corps an, befestigte Gross-(Stadl-)Enzersdorf und dehnte seine Aufstellung bis zum Einflüsse des Stadler Armes in die Donau aus. Die Insel „Mühlhäufel“, gegenüber Esslingen, dann der „FJösser- stadthaufen“ in der Höhe von Gross-Enzersdorf waren im Besitze der k. k. Truppen und entsprechend besetzt. Siehe Beilage Tafel II.

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