Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)
Friedrich Spigl, Hauptmann im k. k. Kriegs-Archive: Repressalien-Gefechte an der croatisch-türkischen Grenze in der Zeit von 1809 bis 1845
in der Zeit yon 1809 big 1845. 39 mit grosser Heftigkeit und fordert in dem hügeligen, von Strauchwerk bedeckten und von Sümpfen unterbrochenen Terrain, den so überlegenen, wutherfüllten Horden gegenüber das ganze Aufgebot von Umsicht und persönlicher Aufopferung seitens der Officiere, um die ziemlich ausgedehnte Gefechts- und die vielfach gefährdete eigene Rückzugslinie zu behaupten. Unter äusserstcn Anstrengungen, aber auch nur mit namhaften Opfern konnte dieser Zweck erreicht werden. Die Truppen, von den Türken bis an die Grenze lebhaft verfolgt, übersetzten diese bei Plavica und Paunovac Früh um 8'/2 Uhr. Ein bei letzterem Orte aufgestelltes 3-Pfiinder-Geschütz gab, während die Grenzer über die Glina zurückgingen, auf die nachstürzenden Türkenhaufen einige wohlgezielte Schüsse ab und versprengte sie unter namhaften Verlusten. Der den Türken zugefügte Schaden bestand, abgesehen von der gänzlichen Zerstörung des Ortes Podzvizd, in den im Kampfe erlittenen Verlusten von 60 Todten und 150 Verwundeten. Unter ihren Todten befand sich nebst zwei Haupt-Rädelsführern der berüchtigte Ale Aidarac, einer der beiden Anführer beim Überfalle von Cetin im Jahre 1834. Schwerverwundet wurden andere zwei ihrer verwegensten Anführer. Aber auch die Verluste des Obersten Baron Jellacic waren erheblich. Sie betrugen 40 Todte, darunter die Lieutenants Kukulj und Baltic, 25 Verwundete, 27 Vermisste und 4 Gefangene. Das correcte und entschiedene Auftreten des Obersten Baron Jellacic gegen die Türken von Podzvizd und die scharfe Züchtigung derselben begegneten Allerhöchsten Ortes der vollen Billigung; die umsichtige Detailführung der Truppen und deren Tapferkeit in so kritischer Lage erfreuten sich durch reichliche Auszeichnungen und Belobungen der Würdigung. Seine Majestät der Kaiser geruhten die hervorragenden Leistungen des Oberstlieutenants Dossen, welcher sich freiwillig am Kampfe betheiligte, dann jene des Majors Baron Geramb, Hauptmann Fuchs, Oberlieutenant Simic, Borotha, Manoilovic und Stanoevic, der Unterlieutenants Dmitrovic, Sivkovié, Radanovic, Brustmann, Gyurkovic und Gvozdic durch den Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit auszuzeichnen, den Cadet-Feldwebel Borotha zum Unterlieutenant zu befördern und die Mannschaft durch Verleihung von zwei goldenen und drei silbernen Tapferkeits-Medaillen und durch Zuerkennung von 13 Geschenken zu je 5 Ducaten zu belohnen. Nach dem Rückzuge der kaiserlichen Truppen blieben nicht allein die am Kampfe betheiligten Türken drohend an der Grenze stehen, sondern es rotteten sich, durch der ersteren Beispiel aufgemuntert, noch weitere Haufen zusammen und begehrten Ersatz für angeblich ihnen widerfahrenes Unrecht. Da die Gefahr ernster Auftritte wirklich vorhanden war und sich auf die ganze Carlstädter und Banal-Grenze erstreckte, so liess