Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Friedrich Spigl, Hauptmann im k. k. Kriegs-Archive: Repressalien-Gefechte an der croatisch-türkischen Grenze in der Zeit von 1809 bis 1845

in der Zeit von 1809 bis 1845. 31 Cordon, um mit dem Cordon - Commandanten Major Brustmann Mass­nahmen zur Aufrechterhaltung des guten Einvernehmens zu verein­baren und bekundete nicht nur eine grosse Gefügigkeit gegen die Forderungen des Letzteren, sondern er leistete allen Rathschlägen desselben auch pünktliche Folge; als aber der Reformstreit mit seiner Regierung ausbrach, änderte er, im Sinne der Wünsche seiner Unter­gebenen, welche jenen der Ordnung und des friedlichen Verkehres keineswegs entsprachen, seine Haltung wieder. Gefecht bei Izacic und Túrja am 2. Juli 1836. Nachdem schon einige Tage früher ein Greis bei seiner Herde, aus Böswilligkeit, ohne jeden Anlass, von den Türken erschossen worden war, ereignete es sich, dass in der Nacht zum 10. Juni 1836 sechs Türken aus Izacic, eine an der Oguliner Cordonlinie dahin­ziehende Patrulle beschossen und einen der patrullirenden Grenzer tödteten. GM. Baron Waldstätten, Nachfolger des FML. v. Rukavina im Cordons-Obercommando der Carlstädter und Banal-Grenze, forderte in einer mit Muteselim Biscevic als Grundherrn von Izacic, am 20. Juni gepflogenen Unterredung die Auslieferung oder eine der Gewaltthat entsprechende Ahndung der Thäter. Der Muteselim, um seinen Anhang besorgt, verlegte sich auf Ausflüchte und behauptete, trotzdem alle sechs Thäter dies- und jenseits allgemein bekannt und in Izacic ansässig waren, die verlangte Genug- thuung aus dem Grunde nicht leisten zu können, weil es ihm, unge­achtet der angelegentlichsten Nachforschungen, nicht möglich war, die Schuldigen zu ermitteln. Aber die Türken von Izacic warteten, während er mit dem General verhandelte, an der Grenze und nöthigten ihn, sich noch am selben Abende nach ihrem Dorfe zu begeben und dort, unter ihren Augen, die Capitäne von Ostrozac, Krupa und Vakup, von Petrovac, Kliuc, Novi, Dubica, Priedor, Maidan, Livno und Banjaluka schriftlich um Hilfe gegen die „Croaten“ zu ersuchen, welche, 50.000 Mann stark, an der Grenze versammelt wären, um das ganze Land bis an die Unna in Besitz zu nehmen. Nach wenigen Tagen meldeten die Kundschafter, dass die Türken aus ganz West-Bosnien dem Unna-Winkel Zuströmen, und schätzten deren Zahl auf 15.000 Mann. Dem General Baron Waldstätten war die Veranlassung wohl bekannt; er wusste daher, dass der Zweck ihrer Zusammenrottung vorläufig ein rein defensiver sei. Dennoch verfügte er, auf die erste Kunde von ihrem Anrücken, eine massige, aber ostentative Verstär­kung des Cordons, um das eigene Land gegen allfällige offensive

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