Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)

Friedrich Spigl, Hauptmann im k. k. Kriegs-Archive: Repressalien-Gefechte an der croatisch-türkischen Grenze in der Zeit von 1809 bis 1845

32 Repressalien-Gefechte an der croatisch-türkischen Grenze Anwandlungen der nächsten Grenznachbarn zu schlitzen, welche diese beim Anlaugen eines so ansehnlichen Succurses immerhin befallen konnten. Diese Massnahme führte zum Stillstände auf gegnerischer Seite, wo nach Aufzehrung der mitgebrachten Lebensmittel sich zersetzende Einflüsse geltend machen mussten. Die Wirkungen derselben abwartend, liess GM. Baron Waldstätten vom Licaner, Otocaner, Oguliner und Sluiner Regimente je 11, von jedem Banal-Regimente 12 Compagnien, dann 3 Haubitzen, zwei 6pfündige Kanonen, 12 leichte und 3 schwere Raketen-Latfeten allmälig und mit Vermeidung jeden Aufsehens an den Cordon rücken. Um die Türken über seine Absichten zu täuschen, liess er die jenseitigen Befehlshaber zu Unterhandlungen auf verschiedene Cordons- punkte vorladen und berief den Capitän Biscevic selbst, für den 29. Juni, zu einer Besprechung auf den Otocaner Haupt-Cordonposten Abdic Brdo. Hier wiederholte er seine ursprüngliche Forderung, diesmal im Namen des Landes-Commandirenden von Croatien, FML. Baron v. Vlasits, und forderte ihn auf, die offenbar in feindlicher Absicht zusam­mengezogenen Streitkräfte unverzüglich wieder zu entlassen. Der Muteselim führte den Odya (Priester) Disdarovic von Izacié vor, welcher, ungeachtet das Gegentheil Jedermann bekannt war, be­theuerte, dass von den Insassen seines Ortes Niemand der Mörder des erschossenen Grenzers sei. „Die Ansammlung Streitbarer auf Bihacer Gebiete,“ beschwich­tigte der Muteselim, „hätten ihre eigenen Angelegenheiten hervorge­rufen.“ Eine schliessliche Aufforderung seitens des Generals zur Klug­heit und Fügsamkeit, da ja FML. Baron Vlasits vorläufig keine feind­seligen Absichten hege, und ein dreitägiges Zuwarten nach dieser Besprechung, hatten den Zweck, die Türken über den endgiltig gefassten Beschluss des Strafzuges im Zweifel zu erhalten, um dann, wenn sie sich wegen Nahrungsmangels noch mehr zerstreut hätten, die Zurück­bleibenden anzugreifen und die Züchtigung der Schuldigen und ihrer Associirten mit desto geringeren Opfern ausführen zu können. Als darauf die Kundschafter meldeten, dass sich die zusammen­gerotteten Türken bis auf 8000 Mann wieder entfernt hätten, hielt der General den Zeitpunkt für gekommen, gegen die bei Izaeic stehen­den Haufen derselben vorzubrechen. Um Überflügelungen vorzubeugen, beschränkte er sein Operations­feld auf das vorliegende Terrain zwischen dem Klokot und der Korana, disponirte entsprechende Abtheilungen zur Deckung der Flanken, zur Sicherung der Communicationen und Anstalten, und vollzog am 2. Juli 1836 nach Mitternacht, unter dem Schutze einer aus Serezanern

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