Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1881)
Friedrich Spigl, Hauptmann im k. k. Kriegs-Archive: Repressalien-Gefechte an der croatisch-türkischen Grenze in der Zeit von 1809 bis 1845
in der Zeit von 1809 bis 1845. 29 Objecte, welche, sämmtlich mit Schiessscharten versehen, wohl stark genug gewesen wären, einem Infanterie-Angriffe ernste Schwierigkeiten zu bereiten. Auf diesen hatte es aber nicht anzukommen. General Rukavina liess vielmehr das Schloss und die umliegenden Häuser mit Granaten und Raketen bewerfen. Ersteres, eine halb verfallene Stein- masse ohne Bedachung, konnte nicht in Brand gesteckt werden, obwohl die Geschosse gut einschlugen und das Mauerwerk erheblich beschädigten; aber die Besatzung, etwa 100 Mann, verhess alsbald in wilder Hast das Object. Die umliegenden, etwas mehr als 100, meist hölzernen Häuser verbrannten, von Raketen angezündet, bis auf den Grund. Nach der Einäscherung von Gross-Kladus und als aller Widerstand des Feindes gebrochen war, rückten die Expeditions-Truppen wieder über die Grenze zurück und verblieben, obzwar alle Türken, welche sich zu Gunsten der Räuber am Gefechte betheiligten, entweder im Kampfe gefallen oder versprengt worden waren, noch am folgenden Tage, den 18. October, am Cordon. Da am 19. October laut Kundschaftsnachrichten sich alle Banden zerstreut hatten, kehrten die aufgebotenen Grenzer zu ihren Häusern zurück '). Die Tapferkeit der Grenzer und die Führung derselben Hessen nichts zu wünschen übrig. „Alles vollzog sich,“ sagte GM. v. Rukavina in seiner Relation, „als wäre es am Übungsplätze vorgenommen worden.“ Bei der Hartnäckigkeit des Kampfes, namentlich in seinem ersten Stadium, konnten aber auch auf Seite der k. k. Truppen die Verluste nicht ausbleiben; sie betrugen 10 Todte und 32 Verwundete. Über die Verluste der Türken konnte nur ermittelt werden, dass sie sehr bedeutend waren und ausser allem Verhältnisse zur Zahl der Kämpfenden standen. Der Zweck der Genugthuung war durch die Einäscherung von Gross-Kladus und durch die empfindliche Züchtigung der Räuber und ihrer Parteigänger wohl erreicht; jener der Schadloshaltung der durch den Raub beschädigten Grenzer hingegen konnte nicht angestrebt werden, da die Türken, wie erwähnt, noch vor dem Repressalienzuge der k. k. Truppen, all’ ihr bewegliches Eigenthum weggeschleppt hatten. Spätere, mit gänzlicher Umgehung des Capitäns Besierevic auf diplomatischem Wege deshalb gepflogene Unterhandlungen lieferten, wie alle früheren, ein negatives Ergebniss. Se. Majestät der Kaiser belohnte alle Officiere, welche sich im Gefechte bei Gross-Kladus hervorgethan hatten, durch den Ausdruck der allerhöchsten Zufriedenheit, verlieh den drei tapfersten Grenzern silberne Medaillen und erkannte sieben derselben Geldbelohnungen zu. 1 1) Präsidial-Eegistratur des Reichs-Kriegsministeriums.